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Ueber Pseudomonotis und Pleuronectites.

Salomon, Wilhelm

Kurzfassung

Mit der Bearbeitung der bei meinen Untersuchungen der Adamello-Gruppe gefundenen Versteinerungen beschäftigt, fand ich in meinem Material je einen Steinkern der rechten Klappe zweier nah' verwandter Zweischaler-Arten, die zu der bereits in verschiedenen Arten aus demselben Horizonte, den Werfener Schichten, bekannt gewordenen Gattung Pseudomonotis gehören. Die äussere Gestalt der beiden Klappen, insbesondere der später zu beschreibenden neuen Art Pseudomonotis camuna erinnerte mich so sehr an die Form des Pleuronectites laevigatus Schloth., dass in mir der Wunsch aufstieg, die Unterschiede dieser Gattung von Pseudomonotis genauer festzustellen. Da nun die Ergebnisse dieser Untersuchung ein allgemeineres Interesse zu beanspruchen scheinen, so mögen sie im Folgenden zusammen mit der Beschreibung meiner beiden, aus dem fossilreichen Servino von Esine und zwar aus der sog. Myophorienbank stammenden Pseudomonotis-Arten mitgetheilt werden. Die beste und umfassendste Darstellung der Gattungsmerkmale von Pseudomonotis rührt wohl von Teller her, der das reiche, von A. Czekanowski 1874 und 1875 in Sibirien gesammelte Material bearbeitet hat. Teller stellt ausführlich die Unterschiede gegenüber den Gattungen Oxytoma, Monotis und Avicula dar. Er hebt als ,wesentlichste und constanteste Merkmale von Pseudomonotis" hervor ,die Ungleichheit der beiden Schalenhälften, von denen die linke stark aufgewölbt, die rechte deckelförmig abgeflacht erscheint, und das Vorhandensein eines Byssusausschuittes und eines kleinen, vom Wirbel stets sehr scharf abgesetzten Byssusohres in der rechten Schalenhälfte". Weiter heisst es dann: ,Alle übrigen Merkmale sind derartigen Schwankungen unterworfen, dass sie nur in sehr unbestimmter Fassung in die Gattungsdiagnose aufgenommen werden können. Besonders gilt dies von der Entwickelung der hinteren Ohren und der Beschaffenheit der Schalenornamentik."