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Einige Beobachtungen über die Kreideablagerungen im Leitzachthal, am Schlier- und Tegernsee.

Imkeller, Hans

Kurzfassung

I. Leitzachthal. Um den senonen Grünsandstein am Stallauer Eck bei Tölz auch an anderen Stellen in den bayerischen Alpen aufzufinden, besuchte ich auf Anregung meines Freundes, Herrn Dr. Johannes Böhm, das Thal der Leitzach, eines Zuflusses der bei Rosenheim in den Inn mündenden Mangfall. In dem durch seine geologischen Verhältnisse, wie nicht minder durch seine Naturschönheiten ausgezeichneten Leitzachthal stösst man nämlich zwischen Drachenthal und der Mühle Unter-Achau (früher Achrainmühle genannt) mitten im Flysch auf Kreideschichten, die in einem Graben und dessen Verzweigungen aufgeschlossen sind. Zahlreiche Blöcke von Grünsandstein am linken Ufer und im Bett der Leitzach oberhalb einer im Herbst 1899 durch Hochwasser zerstörten Brücke lassen die Ausmündung dieses Grabens leicht finden. Es ist der Etzengraben (auf v. Gümbel's geognostischer Karte, Blatt IV, Miesbach, als ,Alpenbach" bezeichnet), der vom Gschwendner Berg westlich des Bauernhofes Mittergschwend in nördlicher Richtung herabzieht, und in den sich der von dem gleichen Berg kommende Kaltwasserbach - Gümbel nennt ihn das ,Kaltewasser" - ergiesst. Bei der Untersuchung des kleinen Gebietes wurden die Blätter SO XIX, 11 und 12 Grandau, Polizeibezirk Miesbach des bayerischen Steuerkatasters im Maassstab 1 : 5000 verwendet und mit deren Benutzung folgende Skizze im Maassstab 1 : 10000 hergestellt.