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Das Alter der Schylthalschichten in Siebenbürgen und die Grenze zwischen Oligocän und Miocän.

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

Eins der wichtigsten Kohlenvorkommen Ungarns ist bekanntlich das des Zsily- oder Schylthals in den Thälern der ungarischen und romanischen Zsil mitten im südwestsiebenbürgischen Gebirge nahe der romanischen Grenze. Gemäss seiner Bedeutung ist auch die Literatur darüber eine umfangreiche. Eine strittige Frage ist aber noch immer die nach dem Alter der Schichten, welche bald dem Oligocän, bald dem Miocän zugetheilt werden. Die reiche Flora (92 Arten) besteht, von local beschränkten Formen abgesehen, meist aus sog. langlebigen Arten, welche keine bestimmten Schlüsse über das specielle Alter zulassen. Wichtiger ist die Fauna, Hofmann, ihrem Monographen, erschien sie entschieden oligocän, eine Auffassung, die auch Stur, Heer, Hantken, Staub und Koch vertreten. Meistens worden die Schylthalschichten als Repräsentant der Aquitanischen Stufe angesehen, letztere aber von den einen Mayereymar, Credner, Staub, Hantken, Munier-Chalmas, Lapparent, Depéret, Fallot, Koch) noch in's Oligocän, von anderen Forschern (Hauer, Sacco, Th. Fuchs) an die Basis des Miocän gestellt. Bei meinem vorjährigen Besuch des Schylthals in Gesellschaft von Herrn Professor Oebbeke gelang es mir, bei Petrilla theils im Tagebau, theils im Bergwerk unterirdisch folgende Fossilien zu sammeln: 1. Im Hangenden des vierten Flötzes: Cyrena Brongniarti Bast., Natica crassatina, Cerithium margaritaceum. 2. Im Hangenden des siebenten Flötzes und unter dem achten: Mytilus aquitanicus, Ostrea cyathula, Cyrena Brongniarti und C. magnidentata n. sp. m. Tellina sp. aff. compressa Brocc., Calyptraea striatella, Cerithium margaritaceum und C. plicatum, Melanopsis Hantkeni.