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Neues zur Geologie und Paläontologie Aegyptens.

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

II. Das Palaeogen. A. Das Eocän. K. v. Zittel hat als eins der wichtigsten geologischen Ergebnisse der Rohlps'schen Expedition (1874) den Nachweis der innigen Verbindung von Kreide und Eocän in Aegypten bezeichnet: ,Im nordöstlichen Afrika und insbesondere in der libyschen Wüste giebt es keine scharfe Demarcationslinie zwischen Kreide- und Tertiärzeit. Keine Störungen in der Schichtenfolge, keine Einschaltung von Süsswasserabsätzen, ja nicht einmal eine Lücke in der Sedimentbildung bezeichnen den wichtigen Abschnitt in der Entwicklungsgeschichte unseres Planeten, wo die Herrschaft der Reptilien zu Ende geht und die Blüthezeit der Säugethiere beginnt. Ununterbrochen folgen in der Regel kalkige Sedimente der oberen Kreide und des älteren Eocäns über einander, und nur selten kündigt eine Veränderung im Gesteinscharakter die Grenze der beiden Formationen an." Diese Sätze gelten auch heute noch, aber nur für den Theil Aegyptens, den v. Zittel selbst bereist hat, die südliche Libysche Wüste. Für die übrigen Gebiete Aegyptens bedürfen sie einiger Modifikationen. Schon in meiner früheren Behandlung der Kreideablagerungen Aegyptens habe ich gezeigt, dass Unterschiede in der Art der Ausbildung der einzelnen Stufen bestehen zwischen Norden und Süden und auch zwischen Osten und Westen, und diese Gegensätze halten auch während des Eocäns an. Im Besonderen wäre es verfehlt anzunehmen, dass gegen Ende der Kreideperiode zur Zeit des Danien ganz Aegypten vom Meere gleichmässig bedeckt gewesen sei; ebensowenig trifft das für die Zeit des Untereocäns zu.