Original paper

Ueber einen neuen Pentacrinoideen-Typus aus dem Obersilur.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Vor einigen Jahren fand ich in der paläontologischen Sammlung der kgl. Akademie der Wissenschaften in Stockholm, einen Crinoiden von sehr auffälligen Eigenschaften. Derselbe stammt aus den höheren Schichten des Obersilur (Beyrichienkalk) von Klinta in Schonen. Er war in einen feinen, grauen Thon eingebettet und trotz der Zusammendrückung in seinen Einzelheiten recht gut erhalten. Bald darauf wurde mir von Herrn Akademiker F. v. Schmidt in Petersburg eine neue Form aus gleichalterigen Schichten vom Ohessare Pank der Insel Oesel zugesandt, welche sich sofort als Verwandte jener schwedischen Form erwies. Nachdem mir bald darauf durch Herrn Schmidt noch ein zweites Exemplar der Oeseler Form zugegangen war, und die Bedeutung dieses Typus damit geklärt war, hatte Herr Prof. G. Lindström in Stockholm die Freundlichkeit, mir auf meine Bitte auch das schwedische Exemplar aus Stockholm zur genaueren Untersuchung einzusenden. Beiden genannten Fachgenossen bin ich für ihre Freundlichkeit sehr zu Dank verpflichtet. Inzwischen hatte das Museum für Naturkunde in Berlin durch Herrn Stürtz in Bonn noch zwei ähnliche Crinoiden aus Ludlow-Schichten Englands erhalten, und schliesslich lag mir noch der Abdruck eines derartigen Crinoiden vor, den ich selbst vor einer Reihe von Jahren in Ludlow gesammelt und damals auf Wunsch meines Collegen F. A. Bather dem British Museum gegeben hatte. Dieses Material liegt der nachfolgenden Beschreibung einer neuen Gattung zu Grunde, die ich wegen ihres schlanken Kelchbaues (= schlank) als Lagarocrinus n. g. bezeichne und folgendermaassen definiren möchte: