Original paper

Ueber einige Fortschritte in der Stratigraphie des Sauerlandes.

Denckmann, August; Lotz, Heinrich

Kurzfassung

Nach der bisher vorliegenden Litteratur über das eigentliche Sauerland konnte es den Anschein gewinnen, als ob die dortigen stratigraphischen Verhältnisse in wesentlichen Punkten von denen genauer durchforschter Gebiete (Harz, Kellerwald u. s. w.) abwichen. Nachdem wir im Auftrage der kgl. geologischen Landesanstalt im Juni dieses Jahres mit der Aufnahme des zwischen Iserlohn und Arnsberg gelegenen Messtischblattes Balve begonnen haben, sind wir durch zahlreiche neue Funde wichtiger Gesteine und Versteinerungen überrascht worden, und schon jetzt lässt sich ein gewisses Facit dahin ziehen, dass die stratigraphischtektonischen Verhältnisse dieses nach W. vorgeschobenen Postens zwar schwierig sind, aber im grossen Ganzen eine erstaunliche Uebereinstimmung mit den bereits genauer erforschten Devongebieten erkennen lassen. Wir theilen hier von den neuen Beobachtungen dasjenige mit, was geeignet erscheint, einen Fortschritt in der Kenntniss des Palaeozoicums darzuthun. Mitteldevon. Gelegentlich einer Orientirungsreise in der Gegend von Altenhundem hat Denckmann an der Strasse, welche von Bonzel bei Grevenbrück nach dem durch die Myalina bilsteinensis bekannten Bilstein führt, schwarze Kalklinsen in dunklem Thonschiefer aufgefunden, welche dem Gestein und der Fauna nach dem Odershäuser Kalke der Gegend von Wildungen entsprechen; sie führen u. a. Agoniatites inconstans Phill, Meneceras terebratum SDB., Tornoceras circumflexiferum SDB., Buchiola aquarum Beush. und Posidonia hians Waldschm. Der Nachweis dieses wichtigen Horizontes, der bisher im Harz, im Kellerwald, bei Bicken u. s. w. in einem ganz bestimmten Niveau aufgefunden wurde, hat folgende Bedeutung: Die Faciesentwickelung des höheren Mitteldevon als Massenkalk ist im nördlichen Theile des rheinischen Schiefergebirges bis etwa in die Gegend von Meggen nach S. bin nachgewiesen worden.