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Versteinerungen der Paradoxides-Stufe von La Cabitza in Sardinien und Bemerkungen zur Gliederung des sardischen Cambrium.

Pompeckj, Jos. Felix

Kurzfassung

Herr Professor Dr. Eb. Fraas hatte die Liebenswürdigkeit, mir eine Anzahl fossilführender Gesteinsstücke aus altpaläozoischen Sedimenten Sardiniens zu übergeben. Ein Theil dieser Stücke enthält mehrere für das Cambrium Sardiniens neue Formen und ergiebt zugleich einen nicht uninteressanten Beitrag zur Kenntniss der bisher recht fremdartig dastehenden cambrischen Ablagerungen der Insel Sardinien. Bei La Cabitza, ca. 30 km östlich von Canalgrande und nur etwa 5 km südöstlich von Iglesias entfernt, stehen steil aufgerichtete und ungemein stark gefaltete, bunte Thonschiefer mit Fossilien an. Ein Theil der mir vorliegenden Handstücke ist violett bis tief weinroth gefärbt, andere Stücke sind gelb, ockerfarben; roth und violett dürfte die ursprünglichere Färbung des Gesteins, gelb die durch Verwitterung erzeugte Farbe sein. Die Schiefer sind ziemlich mild, die gelben Stücke milder als die dunkler gefärbten. Die unregelmässig gefältelten und gestauchten Schieferstücke beherbergen eine grosse Menge von Fossilresten. Steinkerne und Abdrücke von Trilobiten überwiegen.; ziemlich tiefe, geradlinig umgrenzte Hohldrucke deuten auf Cystoideenreste, vielleicht auf Randtäfelchen von Trochocystites. Andere Reste sind vollkommen unbestimmbar. Die Schalen der Trilobiten und die fraglichen Cystoideentäfelchen sind in den allermeisten Fällen zerstört, durch lichtgelbes Pulver von Eisenocker ersetzt. Nur in einem Schieferstücke sind noch Reste weisslicher, kalkiger Trilobitenschalen erhalten. Die Trilobitenreste - Abdrücke und Steinkerne ziemlich vollständiger Individuen, einzelner Kopfschilder, Bruchstücke einzelner Segmente - sind alle stark deformirt, nach verschiedenen Richtungen verquetscht und verzerrt. Trotzdem lassen die meisten Stücke sieh ganz gut bestimmen. Die vorhandenen Trilobitenreste vertheilen sich auf drei Gattungen: Paradoxides, Conocoryphe und Ptychoparia.