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Die Verbreitung der Variolitgerölle in Schlesien.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Bei dem Beginne meiner geologischen Aufnahmen in Niederschlesien habe ich im Culm von Glätzisch-Hausdorf ein in petrographischer Hinsicht sehr interessantes Gestein entdeckt, dem ich wegen seiner Structur zunächst die allgemeine Bezeichnung Variolit beilegte. Dasselbe bildet keinen selbständigen geologischen Körper, erscheint demnach nicht als Gang-, Stock- oder schieferige Einlagerung, sondern kommt nur zahlreich als Gerölle in den dortigen Culmconglomeraten vor. Diese führen ausserdem noch in bunter Mannichfaltigkeit viele andere Gerölle und zählen somit zu den polygenen Conglomeraten. Das Gestein ist in seinem Aeusseren so auffallend, dass man es leicht unter den anderen Geröllen der conglomeratischen Ablagerung herausfindet. Da es sich auch auf bestimmte Conglomeratbänke resp. Lager beschränkt, habe ich aus diesen Gründen solche Conglomeratlager kurz als Variolit führende Conglomerate bezeichnet und auf der Karte ausgeschieden. Die Herkunft dieses Gesteins, das ich in einer Arbeit im Jahrbuch der geolog. Landesanstalt 1882 unter dem Titel: Die Variolit führenden Conglomerate von Hansdorf in Schlesien beschrieb, war damals unbekannt und ist leider auch bisher nicht zu ermitteln gewesen, so sehr ich auch im Laufe der Jahre, in denen ich ganz Niederschlesien kennen lernte, auf sein Anstehendes gefahndet habe; seine Herkunft ist demnach räthselhaft und in Dunkel gehüllt, und ich zweifle sehr, dass es noch gelingen wird, diese festzustellen; dies muss umsomehr befremden, als die Verbreitung der Variolitgerölle in geologischer und geographischer Hinsicht, wie meine geologischen Studien im Laufe der Jahre ergeben haben, gross ist. Auf die Verbreitung der Variolitgerölle in den niederschlesischen Sedimentärformationen sollen sich nun die folgenden Mittheilungen erstrecken.