Original paper

Aus den Molukken.

Boehm, Georg

Kurzfassung

In meiner letzten brieflichen Mittheilung berichtete ich unter Anderem über Fossilien von den Sula-Inseln Taliabo und Mangoli. Herr Verbbek hatte sie von dorther nach Buitenzorg erhalten. Einen der Fundpunkte, die Mündung des Lagoi, hat Rumphius vor ca. 200 Jahren besucht und kenntlich beschrieben. Der Ort ist seitdem wohl von keinem Europäer mehr betreten worden. Von den beiden anderen Fundpunkten Aú - pohn - hia (nicht Aoe - pon - hia) und Safao (nicht Tafao) wusste man nicht einmal annähernd die Lage. Taliabo und Mangoli liegen eben ausserhalb jedes Verkehrs. Die Inseln sind unbekannter als z. B. Niederländisch Neu-Guinea. Von den zahlreichen Leuten, die ich auf Sumatra, Java, Bali und Lombok, in Makasser, Ambon, Buru und Batjan gesprochen habe, hatten wenige die Südküsten jener Inseln von fern gesehen. Betreten hatte sie Niemand. Immerhin. Mir erschienen die oben erwähnten Fossilien sehr wichtig. Ich wollte es deshalb wenigstens versuchen, die Fundpunkte zu erreichen, was sowohl Herrn Verbeek wie der Siboga-Expedition misslungen war. Der Versuch ist über alles Erwarten geglückt. Ich habe nicht nur die früher genannten Orte besucht, sondern ausserdem eine Reihe neuer Fundplätze aufgefunden. Ich werde später eine im grossen Maassstabe aufgenommene Skizze des befahrenen Theiles der Südküsten veröffentlichen. Hier kann ich mich kurz fassen und beginne mit der Mündung des Lagoi. Der Lagoi ist ein Bach, der an der Ostküste von Taliabo, in der engen Strasse zwischen Taliabo und Mangoli, ausmündet. Die Schrecken der Fahrt sind von Rumphius in lebhaften Farben geschildert worden. Das von mir gemiethete Ruderboot kam, gerade um Mitternacht, glatt in die Strasse hinein und im Laufe des Tages auch gut wieder heraus.