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Zur Tektonik des südlichen Teutoburger Waldes.

Stille, Hans

Kurzfassung

Der Teutoburger Wald bildet den östlichen, bezw. nordöstlichen Rand der grossen westphälischen Kreidemulde; entlang seinem Hauptkamme verläuft der Neocomsandstein, unter dem nach O. bezw. NO. Trias, Jura und Wealden hervortreten, während ihn nach dem Innern der Mulde zu die jüngeren Kreidehorizonte regelmässig überlagern. Die Haupt - Bruchrichtungen im Mesozoicum des nordwestlichen Deutschlands, die südost-nordwestliche und die nord-südliche, treten auch am Teutoburger Walde auf, und zwar findet sich erstere naturgemäss vorwiegend im nördlichen, SO.-NW. streichenden Theile des Gebirges, letztere namentlich im südlichen, N-S. verlaufenden Theile, im sog. Egge-Gebirge. Es hat sich nun schon früher gezeigt, dass die Brüche der N-S.-Richtung im nördlichsten Theile der Egge etwa zwischen Grevenhagen und Leopoldsthal als locale Ablenkungen der sonst südost-nordwestlich streichenden hercynischen Brüche aufzufassen sind. Wir dürften also wohl am Egge-Gebirge N-S.-Brüche zweierlei verschiedenen Alters haben: 1. N-S.-Brüche der mittleren Miocänzeit, abgelenkte hercynische Brüche. Hierher gehören die erwähnten Brüche der Gegend von Grevenhagen-Sandebeck-Leopoldsthal, die z. Th. auch in südost-nordwestlich streichenden Brüchen des anschliessenden Gebietes gewissermaassen ihre Fortsetzung finden. 2. N.-S.-Brüche der jüngeren Miocänzeit.