Original paper

Ueber Einlagerungen von Kohle im Taunusquarzit.

Henrich, F.

Kurzfassung

Wie bekannt, treten Steinkohle und Anthracit in den devonischen Schichten überhaupt nur in wenig mächtigen Flötzen and Nestern auf. In dem unterdevonischen Taunusquarzit bei Wiesbaden sind bisher Pflanzen oder Pflanzenreste nicht beobachtet worden. In den quarzigen Ausscheidungen des grauen Taunusphyilits soll einmal Graphit angetroffen worden sein. Bei Breckenheim kommt, im grauen Taunusphyllit eingelagert, Alaunschiefer in Form eines schwarzen, anthracitischen, dünnspaltigen Thonschiefers vor, der von Eisenkies durchsetzt ist. In einem Schurfe, 120 m von diesem Vorkommen fanden sich vereinzelte Schnüre eines stark glänzenden Minerals, das C. Koch für reinen Graphit hielt. Da der Schurfschacht zugeworfen wurde, noch ehe Koch das Vorkommen an Ort und Stelle beobachten konnte, war eine Verfolgung und genaue Untersuchung des Minerals nicht möglich. Vor einiger Zeit fand ich in dem, aus dem Wasserstollen in der Nähe der Fasanerie bei Wiesbaden geförderten Material ein ähnliches schwarzes, stark metallisch glänzendes Mineral, das flötzartige Einlagerungen im Taunusquarzit bildet. Nimmt man die geol. Specialkarte von Preussen, Blatt Platte zur Hand, so findet man in der äussersten südwestlichen Ecke die Fasanerie eingezeichnet. Etwa 1 km thalaufwärts von ihr ist der Ansitzpunkt des Wasserstollens, der in h. 10 3/8 das Taunusgestein durchbricht und ungefähr senkrecht zu dem südlichsten Quarzitzuge steht. In diesem letzteren, oder einem Ausläufer desselben, finden sich die Einlagerungen. Der Quarzit ist grauweiss, fein- bis grobkörnig, schiefrig. Hier und da bemerkt man in ihm mit der Lupe kleine, stark glänzende, schwarze Blättchen., die man im ersten Augenblick für Glimmer zu halten geneigt ist. Andere sind so tief metallisch glänzend, dass sie an Graphit erinnern.