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Pflanzen aus dem Neocom des Langenberges bei Quedlinburg

Richter

Kurzfassung

Zunächst zeigte er einige Blätter von Kohlmannopteris insignis P. Richter vor, zwei davon an Rhizomen, resp. Stengeln. Sie besitzen nach den bisherigen Funden eine 1-9 cm lange und 1-10 cm breite Blattspreite, ihre Stiele hatten eine Länge von 0-25 cm. Ihre z. Th. fadendünnen Rhizome erreichen eine Dicke von über 2 mm (in einem zweifelhaften Falle über 5 mm). Ganz dasselbe ist von der Länge der Stiele und von der Dicke der Rhizome der Hausmannia dichotoma Dunker zu sagen; auch tragen die bisher gefundenen Rhizome immer nur Blätter der einen oder der anderen Art. Hiernach hält der Vortragende die beiden Pflanzen nicht für solche derselben Art. Dies Ergebniss musste nach seiner Ansicht erwartet werden; denn die Hausmannia ist am Harrel bei Bückeburg und am Hastingssandsteine des Osterwaldes nicht selten, die Kohlmannopteris aber nie gefunden. Werden aber an einem Fundorte zwei anscheinend verwandte, jedoch hinreichend verschiedene Blätter in grosser Zahl gefunden, an einem anderen Fundorte nur eines der beiden, so muss man annehmen, dass sie Blätter verschiedener Pflanzenarten sind. Noch dazu erhält man die bandförmige Hausmannia beim Spalten des Gesteins fast immer nur in unscheinbaren, nicht in die Augen fallenden Resten; während die breiten Blätter der Kohlmannopteris leicht herausfallen. Letztere musste also an jenen beiden Fundorten, wenn sie überhaupt vorhanden war, nach menschlichem Ermessen zuerst gefunden sein. Da aber Hausmannia und Kohlmannopteris augenscheinlich verwandte Pflanzen sind, so dürfte für letztere die Bezeichnung Hausmannia Kohlmanni besser am Platze sein. Ferner hält, wie auch Herr Prof. Zeiller (nach brieflichen Mittheilungen), der Vortragende die Kohlmannopteris und die Protorhipis Buchii nicht für Pflanzen derselben Art. Sodann besprach der Vortragende die Weichselia Ludovicae Stiehler.