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Über eine Tiefenbohrung bei Gross-Zöllnig östlich unweit Oels i. Schl.

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Herr E. Zimmermann sprach über eine Tiefbohrung bei Gross-Zöllnig östlich unweit Oels in Schlesien, welche ein ausgezeichnetes Profil der Oberen Trias0 ergeben hat. Das Bohrloch ist angesetzt in 145 m Meereshöhe. Man suchte angeblich Steinkohle. Im Umkreise von mindestens 50 km Radius scheint aber kein älteres Gebirge als Tertiär bekannt zu sein; da Conjecturen über solch weite Strecken hinweg, in ein unbekanntes Gebiet hinein, gar zu gewagt sind, so fing man also thatsächlich ohne jede Kenntniss des auch nur allerallgemeinsten Alters der unter dem Deckgebirge zu erwartenden Schichten an. Man traf von mindestens 3 m ab bis ca. 47 m grauen Geschiebemergel, also in mindestens 44 m Mächtigkeit glaciales Diluvium. Alsdann kam man durch Tertiär bis 125.6 m und zwar durch etwa 23 m fette, graue, z. Th. kalkreiche Thone, dann durch 21 m verschiedene Quarzsande, unten mit einem 1/2 m mächtigen Braunkohlenflötz, dann wieder durch verschiedene Thone (32 m), endlich durch Sande und Kiese (ca. 5 m); die letztgenannten Thone gleichen z. Th. den Posener Flammenthonen. Nun trat man in die Trias ein, welche jedoch als solche von verschiedenen Betheiligten bis kurz vor Schluss der Bohrung nicht sicher erkannt worden war, z. Th. ans dem Grunde, weil sie nicht die ganze Schichtenfolge, sondern nur einzelne ans dem Zusammenhang gerissene Proben ohne Fossilien zu sehen bekommen hatten, und weil die zu oberst angetroffenen bunten Mergel eine ganz unerwartete Mächtigkeit hatten. Ob ein Theil dieser Mergel etwa zum Rhät zu rechnen ist, kann, da bis 494 m nur mit Meissel gebohrt wurde, aus dem Bohrschlamm nicht mit genügender Wahrscheinlichkeit erkannt werden. Bei 495 m setzte Diamantbohrung ein.