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Die südlichsten Vulkane Mittel-Amerikas.

Sapper, Carl

Kurzfassung

Ueber die Vulkane des centralen Hochlandes von Costarica und der colambianischen Provinz Chiriqui haben die Arbeiten von Oersted, Hoffmann, von Frantziuss, Karl von Seebach, Moritz Wagner, H. Pitter und Rob. Hill manche interessante Mitteilungen gebracht; eine gründliche Untersuchung derselben steht aber noch immer aus und ist in absehbarer Zeit auch nicht zu erwarten, weshalb ich im Folgenden die Ergebnisse der flüchtigen Beobachtungen mittheile, die ich wahrend meines kurzen Aufenthalts in jenen Gebieten im Frühjahr 1899 machen konnte. Sind diese Beobachtungen auch naturgemäss lückenhaft, so erscheinen sie doch geeignet, ein besseres Bild von den betreffenden Vulkanen zu geben, als man sich wohl aus der zerstreuten und zum Theil schwer zugänglichen Literatur zusammenstellen könnte. A. Die Vulkane des Hochlands von Costarica. Die Vulkane des Hochlands von Costarica sind durch einen langen Zwischenraum von dem einzigen Vulkan der Provinz Chiriqui getrennt; die hypothetischen Vulkane Chiripó, Ujum, Kamuk (Pico Blanco) und Rovalo sind aus den Vulkanlisten zu streichen; dass der Pico Blanco kein Vulkan ist, hat W. Gabb durch eine Besteigung des Berges bewiesen. Ich selbst habe die genannten Berge mit Ausnahme des ersten wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse gar nicht zu sehen bekommen, obgleich mich meine Reise in ihrer Nachbarschaft vorbeigeführt hat und kann deshalb auch nichts zur Klärung dieser Frage beitragen.