Original paper

Notiz über Sattel- und Muldengänge in Handstücken von Quarzit aus Griqualand, Süd-Afrika.

Rinne, Fritz

Kurzfassung

Bekanntermaassen lassen sich manche Erscheinungen der geologischen Tectonik, Faltungen in ihren verschiedenen Formen, Verwerfungen, Gangbildungen u. s. w. nicht selten in vorzüglicher Deutlichkeit an Handstücken, z.B. von Kalkstein mit wechselnder Farbe der Schichten, erläutern. Mustergültige Demonstrationsstücke solcher Art sind auch die ,Tigeraugenquarzite" aus Griqualand, Süd-Afrika, die neuerdings in grösseren Mengen in den Handel gekommen sind. Eine schöne polirte Platte dieses Vorkommens verdanke ich Herrn R. Brunnee (Voigt und Hochgesang) in Göttingen. Sei es gestattet, hier kurz insbesondere auf die modellartige Entwickelung von sog. Sattel- und Muldengängen in den in Rede stehenden Quarziten hinzuweisen und Abbildungen derartiger Spaltenfüllungen zu geben, die bekanntermassen beim australischen Goldbergbau Bedeutung haben. Wie bei seitlich zusammengeschobenen und gefalteten Lagen von Papier haben sich die Schichten des Quarzits an den Umbiegungsstellen von einander abgehoben, so dass hier Hohlräume entstanden, die später durch Infiltrationen von Quarz, auch von Hornblendefäserchen ausgefüllt wurden. Ausser an den Sattel- und Muldenlinien, die von dem Gangmaterial wie von einem nach den Faltenschenkeln sich verdünnenden Polster belegt sind, haben sich im Uebrigen auch an sonstigen Abhubstellen die gleichen Infiltrationen eingestellt. Die Erscheinungen sind besonders deutlich infolge der verschiedenen Färbung der einzelnen Lagen des Gesteins. Es wechseln gelbbraune, limonitische und schwarze, magnetitreiche dünne Schichten miteinander ab. Die Infiltrationen zeigen, sehr schön auf geschliffenen Flächen, den bekannten Tigeraugenschiller, der von feinen, limonitisch umgewandelten, ehemaligen Hornblendefasern herrührt.