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Gefalteter Kieselschiefer aus dem Mittelsilur des Vogtlandes

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Der schwarze Kieselschiefer oder Lydit (franz. phthanite) ist ein auf primärer Lagerstätte ziemlich seltenes, auf secundärer aber, in Geröllform, um so verbreiteteres Gestein. In Deutschland findet er sich hauptsächlich im Mittel- (= tiefen Ober-)Silur des Vogtlands und seiner Nachbarschaft, im Mitteldevon des Harzes, im untersten Culm des Harzes und rheinischen Schiefergebirges. Die Mächtigkeit dürfte wohl nirgends Ober 50 m viel hinausgehen, ist aber wegen der gerade beim vorliegenden Gestein sehr verbreiteten und charakteristischen wirren Faltung schwer richtig anzugeben. Die Kieselschiefer zeichnen sich ferner stets durch äuserst dichte kryptomere Struktur, durch im frischen Zustande kohlschwarze Farbe und durch dünne Schichtung aus, wobei verschieden kieselsäure- und kohlenstoff-reiche Lagen mit einander wechseln. Dabei kommen auch Zwischenlagen schwarzen Alaunschiefers (ampélite) vor, gröbere Einlagerungen aber, darunter selbst feinstsandige verstanden, scheinen zu fehlen. Bemerkenswerth ist ein sowohl direkt chemisch nachgewiesener, als auch durch häufige Ausscheidung von Phosphaten auf Klüften (Wawellit, Variscit, Kalait, Kraurit u. s. w.) sich kundgebender reicher Phosphorsäuregehalt. Hervorgehoben sei auch der Jodgehalt eines Stahlwassers (bei Ronneburg in S.-Altenburg), welches aus mittelsilurischem Kieselschiefer kommt. Als eine wenigstens an vogtländischen Silurkieselschiefern häufige Erscheinung müssen noch merkwürdig runzelige bis kleinzackige Flächen, parallel sowohl als quer zur Schichtung, hervorgehoben werden, die auch schon Gümbel (Fichtelgebirge S. 263) erwähnt; sie erinnern an Schädelnäthe oder an Rothpletz's ,Drucksuturen" im Kalkstein; ähnliche Schichtflächen sind mir auch vom Plattendolomit des Zechsteins bekannt. Eine Erklärung vermag ich z. Z. nicht zu geben.