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Bemerkungen zu den von E. Althans beschriebenen muthmaasslichen Endmoränen eines Gletschers vom Rehorn-Gebirge und Kolbenkamme bei Liebau i. Schl.

Wahnschaffe, Felix

Kurzfassung

Im Anschluss an die am 31. Mai d Js. von Herrn Professor Dr. J. Partsch geleitete Excursion, welche nach der Tagung des XIII. deutschen Geographentages von Breslau aus nach dem Riesengebirge zur Besichtigung der Spuren seiner eiszeitlichen Vergletscherung unternommen wurde; begaben sich unter der Führung des Obengenannten die Herren Crammer, Gürich, Hassert, Milch, Regel, Finsterwalder, Gumprecht. Leonhard, Wahnschaffe nebst einigen anderen Theilnehmern von Liebau aus in die westliche Umgegend dieser Stadt. Hier beabsichtigte der Führer, auf Grund seiner im Jahre 1898 ausgeführten Nachprüfungen zu zeigen, dass die seiner Zeit von E. Althans beschriebenen muthmaasslichen Endmoränen eines vom Rehorn-Gebirge und Kolbenkamme ehemals herabkommenden Gletschers nicht aufrecht zu halten seien. Alle Theilnehmer der Excursion gelangten nach Besichtigung der Oertlichkeit und der daselbst vorhandenen Aufschlüsse zu der gleichen Ansicht. Nach den Ausführungen von Althans sollte das westlich von Liebau gelegene Becken während der Eiszeit von einem 12,5 km langen Gletscher erfüllt gewesen sein, dessen Firnfelder am Kolbenkamm and Rehorn-Gebirge lagen und dessen Ende dicht bei Liebau durch die Endmoräne des ,moränenähnlichen, etwa 30 m die Thalebene überragenden Hügelrückens des Galgenberges" gebildet wurde. Er glaubte, die Ablagerungen einer ,Kiesgrube bei dem Aussichtspavillon und nördlich davon in einem Hohlwege steil aufgerichtete Thon- und Geschiebemergel-Schichten mit kopfgrossen Geschieben von Carbon-Conglomerat" als glaciale Gebilde ansehen zu können. Diese Auffassung beruht auf einem Irrthum. Bereits auf der geologischen Karte Beyrich's ist der südwestlich von Liebau gelegene Rücken des Galgenberges als anstehendes Carbon angegeben worden.