Original paper

Ammoniten der oberen Kreide aus Kamerun.

Solger Friedr[ich]

Kurzfassung

Die vorgelegten Stücke entstammten einem reichen Material, das von Herrn Dr. Esch in den Jahren 1897-99 am Mungofluss in Kamerun gesammelt und dem Berliner geologischen Institut und Museum überwiesen worden war. Da die Ergebnisse der paläontologischen Untersuchung Gegenstand einer demnächst erscheinenden ausführlichen Arbeit sein werden, seien hier nur einige Hauptpunkte zusammengefasst: Die ammonitenführenden Kalkablagerungen am Mungo, die v. Koenen auf Grund einiger von Prof. Wohltmann und Dr. Wilsing gesammelter Stücke mangels sicherer Leitformen als wahrscheinlich untercretaceisch bestimmte, müssen mit Rücksicht auf das neue, reichere Material der oberen Kreide zugerechnet werden. Sie enthalten Arten des unteren Turons bis unteren Senons und ähneln in der Zusammensetzung ihrer Ammonitenfauna sehr der nordafnkanischen Kreide in Algier und Tunis. Die in den Mungokalken häufigste Gattung, Hopltoides v. Koenen, ist anderswoher nicht bekannt, wenn nicht vielleicht ein von Peron beschriebener ,Spenodiscus Requieni" aus dem Turon Algiers ihr angehört. Nächstdem zeichnen sich durch Individuenzahl aus die unterturone (vielleicht auch schon cenomane) Gattung Neoptychites Kossmat und die hauptsächlich untersenone Gattung Barroisiceras De Ghossouvre. Bei den drei genannten Gattungen wurde eine ziemlich starke Veränderlichkeit in den Einzelheiten der Lobenlinie beobachtet bei Haplitoides und z. Th. auch bei Neoptychites ferner eine ungleiche Ausbildung der Suturen auf beiden Gehäuseseiten.