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Ueber das Vorkommen eines erratischen Blockes von Nummulitenkalk in den Mosbacher Sanden.

Kinkelin, F.; Wahnschaffe, F.

Kurzfassung

Anknüpfend an unseren Besuch der Brüche am Hessler bei Mosbach im Herbst vorigen Jahres möchte Ihnen folgende Mittheilung von einigem Interesse sein. Sie erinnern sich, dass die Mosbacher Sande mit ihren Geröllen und Blöcken am Hessler unmittelbar auf den Hydrobienschichten lagern und nicht, wie in den nahen Mosbacher Sandgruben, von diesen durch den 4-5 m mächtigen Taunusschotter getrennt sind. Bei näherer Betrachtung der Mosbacher Sande, die durch ihre seltsame Säugerfauna und reiche Molluskenfauna allbekannt sind, erkennt man leicht, dass sich in ihnen graue und röthliche Sande unterscheiden lassen. Es lag daher nahe, die einen vom Rhein, die anderen vom Main (Buntsandstein) herbeigeschoben zu halten. Dass dem so ist, hat ein vor Kurzem gemachter Fund am Hessler sicher erwiesen. Bei der letzten Excursion mit meinen Hörern wurde unter den ziemlich zahlreichen, aus dem Ober- und Unterlauf des Mains stammenden Blöcken - besonders von Buntsandstein und Muschelkalk - zu meiner grossen Ueberraschung ein Block von Nummulitenkalk gefunden. Er mag eine Grosse von 12-15 cbdm besessen haben. Mit grösster Deutlichkeit zeigten sich an der wenig tief angewitterten, lichtgrauen Oberfläche des grünlichschwarzen Gesteins in ziemlich grosser Zahl und von verschiedener Grosse die Querschnitte von Nummulinen. So viel mir bekannt ist, wurde bisher noch nie ein zweifelloses alpines Gestein und damit ein Zeuge für die alpine Herkunft eines Theiles der Mosbacher Sande beobachtet, wie ihn dieser Nummulitensandstein-Block darstellt. In besonders grosser Menge fand ich s. Z. Blöcke und Geschiebe von Nummulitenkalk und -schiefer in den Moränen des Aargaus; in fluvioglacialen und in glacialen Anhäufungen des diluvialen Rheingletschers sind sie auch nicht selten.