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Cenoman und Turon am Annaberge in Ober-Schlesien.

Volz, Wilhelm

Kurzfassung

Eine isolirte Basaltkuppe, das Muschelkalkgebirge durchbrechend, liegt annähernd 10 km östlich von Gogolin in Ober-Schlesien der. Annaberg, um rund 200 m das Niveau der Oder überragend. Der Abbaubetrieb des alten ,Coseler Bruches" hat hier im Süden der von einem Kloster gekrönten Basaltkuppe einen schönen Aufschluss durch den alten Mantel des Basaltberges geschaffen. Der Muschelkalk, auf Culm- und Buntsandsteinbildungen ruhend, tritt im Krappitz - Tarnowitzer Zuge an zahllosen Stellen - mehr oder weniger gut aufgeschlossen - zu Tage. Südlich wird er von Miocän (Tegel und Leithakalk) überlagert, welches jedoch durch junge und jüngste Bildungen, am Höhenzuge selbst vor Allem durch Löss, verhüllt wird. Bereits 1897 fand ich im Schott des Bruches einen kleinen Block weichen, grauen Mergels, der auf einer Schichtfläche einen prächtigen Inoceramus Brongniarti Sow. zeigte. Die weiche Beschaffenheit des Gesteins machte es wahrscheinlich, dass es in nächster Nähe sich anstehend finden müsse; thatsächlich gelang es mir, bei einem späteren Besuch im Jahre 1899 den Mergel, der nunmehr durch den Betrieb in einer kleinen, kurzen Bank entblösst war, in der Westwand des alten Bruches aufzufinden. Der fortschreitende Abbau hat seitdem die Kreide besser aufgeschlossen, sodass sie jetzt in ihren Lagerungsverhältnissen gut erkennbar ist (vergl. die Textfigur S. 45). Es handelt sich um eine losgerissene, in Basalttuff eingebettete grosse Scholle. Aehnliche kleinere Schollen von Sedimentgestein finden sich in den Wänden des Bruches noch mehrfach. Ein besseres Erschliessen dieses neuen Kreide Vorkommens - jenseits Groschowitz und Gross-Schimnitz (ca. 20 km entfernt) war Kreide in Ober-Schlesien bisher noch nicht nachgewiesen - ist leider nicht zu erwarten, da der angrenzende Basalt im Bruche bereits gewonnen ist und dieser Theil des Bruches, der ganz im Basalttuff liegt, nunmehr zugeschüttet wird.