Original paper

Über eine geologisch-morphologische Übersichtskarte der Provinz Pommern

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

Herr Keilhack (Berlin) sprach unter Vorlegung seiner soeben erschienenen geologisch - morphologischen Uebersichtskarte der Provinz Pommern Ober die Gesichtspunkte nach welchen dieser erste Versuch einer morphologischen Darstellung eines weiten, den vierten Theil des preussischen Staates umfassenden Flachlandsgebietes ausgeführt wurde. Unter Fortlassung des nur in schmalen Streifen an den Rändern von Erosionsthälern auftretenden Aelteren Diluviums wird das ganze Gebiet in eiszeitliche und nacheiszeitliche Bildungen gegliedert. Die ersteren wiederum sind eingetheilt in solche Bildungen, bezw. Oberflächenformen, die vom Inlandeise direct erzeugt sind (Grundmoränenebene, Grundmoränenlandschaft, Drumlinlandschaft, Åsar Endmoränen) und in solche Sedimente, welche von den Schmelzwassern des Eises erzeugt wurden. Diese wiederum sind gegliedert in die auf den Hochflächen auftretenden sog. Sander, die, an die Endmoränen sich anlehnend, den grossen Thälern zustreben, und in die von Thalsanden aufgebauten Terrassenlandschaften der Thäler selbst. Im Alluvium wiederum sind die ebenen Thalböden der heutigen Gewässer zusammengefasst und ausserdem nur noch die grossen Dünengebiete besonders dargestellt. Der Vortragende glaubt, dass eine derartig combinirte Darstellungsweise für Uebersichtskarten von Glaciallandschaften sich mehr empfiehlt als die von Lepsius gewählte Darstellungsweise auf seiner in gleichem Maassstabe ausgeführten geologischen Uebersichtskarte von Deutschland.