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Über eine Endmoräne in dem Niederlausitzer Theile des Fläming

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

Herr Keilhack sprach ferner über eine von ihm entdeckte Endmoräne in dem Niederlausitzer Theile des Fläming. Dieselbe erstreckt sich in einer bis jetzt bekannten Länge von 36 km zwischen den Städten Dahme und Drebkau, liegt, auf der Wasserscheide des Fläming, bildet einen nur 50-150 m breiten, ausserordentlich zusammenhängenden Zug, besteht grösstentheils aus Blockpackungen und gehört derjenigen Stillstandslage des letzten Inlandeises an, während welcher das südlichste der grossen ost-westlichen Randthäler Norddeutschlands, das sog. Breslau-Hannoversche Thal gebildet wurde. Eine besondere Bedeutung besitzt diese Endmoräne dadurch, dass unter ihren gröberen Bestandtheilen der Orthocerenkalk des baltischen Silurgebietes mehr als die Hälfte ausmacht. Der Reichthum an Kalksteinen in dieser Moräne hat vor 100-200 Jahren zu einer intensiven Ausbeutung Anlass gegeben, als deren letzte Reste uns heute meilenlange Pingenzüge in den Wäldern des Fläming und Ruinen von alten Kalköfen erhalten sind. Man muss annehmen, dass eine gewaltige Scholle von Orthocerenkalk im Zusammenhange bis einige Meilen nördlich vom Fläming vom Inlandeise transportirt, dann in kleinere Stücke aufgelöst, von dem radial verlaufenden Inlandeise über eine grössere Fläche vertheilt und schliesslich in der Endmoräne wieder zusammengehäuft wurde. Analogien finden sich dazu einerseits in den gewaltigen Jura- und Kreideschollen im Diluvium des baltischen Küstengebietes, andererseits in den Anhäufungen von Kalksteingeschieben bei Sadewitz in Schlesien, bei Königswusterhausen i. d. M. und in den kalkreichen Endmoränen Ostpreussens und Kurlands.