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Den neuen Fund von Knochenresten des altdiluvialen Menschen von Krapina in Kroatien.

Klaatsch

Kurzfassung

Vortragender ist in der ersten Hälfte des September nach Agram gereist, wo die Knochenfragmente im National - Museum aufbewahrt sind, und hat durch das liebenswürdige Entgegenkommen des Entdeckers Herrn Gorjanovic-Kramberger. Professor der Geologie und Paläontologie in Agram, die Möglichkeit gefunden, sich ein Urtheil über die Bedeutung dieser menschlichen Fossilien zu bilden. Er konnte sich hierbei sowohl von der Richtigkeit der Schlassfolgerungen überzeugen, zu welchen Herr Prof. G. Kramberger in seiner kürzlich erschienenen Arbeit gelangt ist, als auch an der weiteren Bearbeitung des werthvollen Materiales sich betheiligen. Der neue Fund ist der wichtigste, der bisher auf diesem Gebiete gemacht wurde. Zum ersten Mal sind alle geologischen Momente so klar gestellt worden, dass ein Zweifel an dem hohen Alter der Reste ausgeschlossen, ist. Sie liegen in einer Kulturschicht der diluvialen Ausfüllungsmasse einer Felsennische (das anstehende Gestein ist miocänor Sandstein), zusammen mit aufgeschlagenen und angebrannten Knochen des Höhlenbären, Rhinoceros Merckii u. s. w. und Steinartefacten von altdiluvialem Typus, den Funden im Soramethal von St. Acheul, sowie denen von Moustier in der Dordogne entsprechend. Zum ersten Mal handelt es sich nicht um ein oder zwei Skelete, sondern um die Reste von mindestens 10 Individuen, darunter solchen kindlichen Alters. Es liegen nur Fragmente vor, ganz überwiegend vom Kopfskelet. Viele Stücke zeigen dieselben Brandspuren, wie die Thierknochen. Sehr wahrscheinlich erklärt sich die eigenartige Beschaffenheit und Anhäufung der Reste als Folge eines kannibalischen Actes.