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Der Quarzporphyr von Weinheim a. d. Bergstrasse.

Klemm, Gustav

Kurzfassung

Die Quarzporphyre des südlichen Odenwaldes treten in zwei verschiedenartigen Lagerungsformen auf, als Deckenporphyre und als Stielporphyre. Zu den ersteren gehören die Porphyre, welche bei Schriesheim und Dossenheim in grossen Steinbrüchen ausgebeutet werden, zu den letzteren mehrere der Porphyre ans der Umgebung von Weinheim an der Bergstrasse. Am besten von diesen ist derjenige des Wachenberges aufgeschlossen. Der Wachenberg bildet eine ungefähr W-O. streichenden, ca. 300 m über die Rheinebene sich erhebenden Rücken, der in einen scharfen, vielfach nur 1-2 m breiten Grat ausläuft. Die Gehänge, besonders das nördliche, sind sehr steil. Schon Cohen hat in den Erläuterungen zur geologischen Karte der Umgebung von Heidelberg den Porphyr des Wachenberges als Ausfüllung eines Eruptionskanales, also als Stielporphyr angesprochen, eine Auffassung, die aber später angefochten wurde. Wäre nun der Wachenberg-Porphyr ein an Verwerfungen in den Granit eingesunkenes Stück einer Decke, so müssten doch an der Grenze beider Gesteine sich deutliche Spuren von Quetschungen zeigen, was aber nicht der Fall ist. Es liess sich im Gegentbeil nachweisen, dass sich vom Wachenberg aus eine starke Apophyse mehrere hundert Meter ostwärts erstreckt. Der Porphyr des Wachenberges zeigt fast überall, besonders deutlich an etwas angewitterten Stücken eine ausgezeichnete Bauderung, bedingt durch den Wechsel oft nur papierdünner Lagen von weisser, grauer, gelblicher, grünlicher, röthlicher, violetter oder fast schwarzer Farbe. Diese Bänderung verläuft vertical oder doch sehr steil geneigt. Es finden sich aber auch viele Stellen, an welchen die Bänder in der mannichfaltigsten Art gefaltet und gestaucht sind, so z. B. besonders gut am höchsten Punkte des Grates.