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Überblick über die Geologie des Kyffhäusers und von Ilfeld über das Liegende des Brockengranits

Luedecke, O.

Kurzfassung

Herr O. Luedecke (Halle) gab einen Ueberblick über die Geologie der in den nächsten Tagen zu besuchenden Gegenden des Kyffhäusers und von Ilfeld und sprach sodann über das Liegende des Brockengranits. Es ist bekannt, dass man den Brockengrnnit als eine zwischen die paläozoischen Schichten injicirte Granitmasse anspricht. Zeugen hierfür sind die Lagerung des Granits zwischen den Sedimenten, die Beschaffenheit der Structur des Gesteins selbst, die Veränderung und Beschaffenheit des Granits und der Sedimente im Contact. Der Granit selbst zerfällt nach seiner Structur in den Eugranit des Brockens und seine randlichen Differenzirungen: so die porphyrische Facies am Rehberg (Granophyr Rosenbusch), am Ellrichwasser und im Thal der warmen Bode bei Braunlage. Turmalinführung an den Rändern kennt schon Lasius. Gneissartige Facies als Randstructur findet sich im SO. des Brockens im Quellgebiet der Steinbäche und am Forsthaus Hohne; bereits Prediger kannte diese Ausbildungsweise des Randgranits. An der ganzen N.- und NO. - Seite begrenzt den Brocken-Eugranit die sogen. Gabbrogranitzone Jasche's. Im Duhmknhleuthal kommt hier Quarz-Diorit. an der Hohne Augit-Diorit, am Steilen Stieg Diorit, am Aufstieg zum Hohnekopf Augit-Quarz-Diorit vor; Biotit-Augit-Gabbro am Kamme der Hippeln auf dem linken Holzemmeufer und an der Landstrasse von der Steinernen Renne nach der Plessenburg; Amphibol-Biotit-Granit, Augit-Quarz-Diorit, Biotit-haltiger Augil-Gabbro und Augit-Granit bilden den N.- und NO. - Rand des Brockengranits; es ist wahrscheinlich, dass auf die massige Injection des Eugranits des Brockens diese basischeren Nachschübe injiziert worden sind. Zu dieser Gabbrogranitzone gehören nun auch der Gabbro, der Norit, Olivingabbro, Harzburgit und Olivinglimmerfels im NW. des Brockengranits; nach Lossen ist dieser Gabbro eine basische Schliere des Brockengranits; dies beweisen auch jene Vorkommnisse des Hasselbachthals, wo ein streifenweiser Wechsel von Granit und Gabbro auftritti.