Original paper

Einen neuen Aufschluss von Interglacial in Westpreussen.

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Wenngleich während der letzten 20 Jahre in Westpreussen eine Anzahl zweifelloser Interglacial - Vorkommen nachgewiesen werden konnten, welche mindestens zwei verschiedenen Interglacialzeiten angehören und in jeder der letzteren sowohl marine als Süsswasserschichten umfassen, so ist doch diese Anzahl noch klein genug, um jeden neuen Aufschluss willkommen erscheinen zu lassen. In den Erläuterungen zu Blatt Okonin der Geologischen Karte von Preussen habe ich S. 8-10 eine im Kreise Graudenz bei dem Rittergute Melno, westlich vom Wege nach Kressau gelegene Grube abgebildet und beschrieben, welche unter einem örtlich auf 3 m Mächtigkeit zusammengeschrumpften Jungglacial eine geschiebefreie, mit 5 m Mächtigkeit noch nicht durchsunkene Schichtenreihe zeigte, die durch umgelagerte dunkelgraue, schwach kohlenstoffhaltige Bänkchen auf extraglaciale Bildung hinwies und demnach im Hinblick auf die in jener Gegend durchschnittlich etwa 100 m betragende Gesammtmäcbtigkeit des Diluviums als Interglacial aufzufassen war. Die Jungglacialdecke des letzteren besteht dort in der Hauptsache ans Grand, der an seiner Sohle kopfgrosse Geschiebe - also ein sogen. Steinpflaster - führt und unter letzterem an zwei Stellen noch echten Geschiebemergel erkennen liess, aus dessen Zerstörung offenbar der Grand hervorging. Ein- und aufgelagert sind letzterem Bänkchen von Mergelsand bezw. thonigem Feinsand. Wenngleich dieses Profil mir als aufnehmendem Geologen klar genug erschien, war es doch zu geringfügig, um für Fernerstehende Beweiskraft zu haben. Um so erfreulicher war es, dass im Sommer ein Durchstieg der Eisenbahn Melno-Culmsee an benachbarter Stelle die gleichen Schichten wiedertraf.