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Grosse Schollen im Diluvium.

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Seit langer Zeit kennt man im norddeutschen Flachlande Aufschlüsse vordiluvialer Gesteine, welche nach Grösse und Art ihres Auftretens wie anstehend erscheinen, bei näherer Untersuchung aber als auf Diluvialschichten liegend erkannt werden. Der Umstand, dass Vortr. wiederholt solche ,Schollen" feststellen konnte und soeben wieder an der höchsten Erhebung Ostpreussens, der Kernsdorfer Höhe, eine solche auffand, giebt Anlass, die allgemeinen Verhältnisse dieser Schollen einer Betrachtung zu unterwerfen. Man kennt solche von Schichten des mittleren und oberen Jura in Pommern, von Massen der turonen oder senonen Kreide in Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Westpreussen und Ostpreussen, von Schichten des Oligocän und Miocän aus sämmtlichen Provinzen des Flachlandes. Berühmt sind die Kreideschollen auf Rügen und der Insel Möen wie zu Finkenwalde bei Stettin, welche letztere in grossen Gruben seit Jahrzehnten abgebaut werden. Sehr gross ist auch die von Herrn Wahnschaffe beschriebene Tertiärscholle von Bukow in der Mark, sowie die durch Bohrungen in der ostpreussischen Stadt Osterode vom Verf. nachgewiesene, welche aus Miocän. Oligocän und Senon aufgebaut ist und bei einer senkrechten Mächtigkeit von 27-34 m über 4,2 Hektar Fläche verfolgt ist, mithin mindestens 1 1/4 Millionen Kubikmeter enthält. Ueberblickt man nun die grosse Fülle vorliegender Berichte und Beobachtungen, so erkennt man gewisse Regelmässigkeiten, die - obwohl nicht ohne Ausnahme - doch so allgemein verbreitet sind, dass ihnen bestimmte gemeinsame Ursachen zugeschrieben werden müssen.