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Über eine Faltung der Eisdecke des ehemaligen Salzigen Sees bei Eisleben

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Herr Zimmermann berichtete über eine Faltung der Eisdecke des ehemaligen Salzigen Sees bei Eisleben und knüpfte daran Bemerkungen Ober andere Vorgänge, die sich denkbarer Weise an diese Faltung hätten knüpfen können und Analogien, bezw. Veranschaulichungen von Lakkolith-, Eruptivgang- und Stratovulkan-Bildungen bieten würden. Als der Spiegel des genannten Sees durch Auspumpen schon um einige Meter gesunken war, bildete sich eines Tages auf ihm eine ein paar Centimeter starke Eisdecke, wie natürlich auch der unter sehr stumpfem Winkel unter dem Spiegel hervortretende schlammige Uferrand gefroren war, sodass man ihn bequem betreten konnte. Durch irgend eine Kraft, vermuthlich Wind der schräg, von oben und von der Seite, auf die wohl noch mehrere Quadratkilometer grosse Eisdecke drückte, war letztere gegen ihre Ost- und Südufer geschoben; indem diese Uferränder wie Massive wirkten, staute sich an ihnen die Eisdecke zu einer sich daran ununterbrochen hinziehenden Falte auf, welche etwa 3/4 m hoch und 1/3 bis 1/2 m breit war. Gemäss dem Verlauf des Ufers hatte diese Falte im Osten eine Richtung ungefähr von N. nach S., im Süden eine Richtung etwa von O. gegen W., natürlich mit bogiger Verbindung beider Richtungen: Analogie zu dem bogigen Verlauf der Alpen. Der übrige Eisspiegel war eben: insgesammt also Analogie zu Falten- und Tafel-Jura. - Diese Falte war hier von Sattelspalten im Streichen, dort von spiesseckig verlaufenden Brüchen oder auch von Querbrüchen durchsetzt, an denen meist lehrreiche Verschiebungen stattgefunden hatten; auch war sie manchmal unsymmetrisch geworden und dann - wenn meine Erinnerung richtig ist - nach dem Ufer zu überkippt.