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Ueber die Organisation der Trilobiten.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Theil I. Veranlassung zu vorliegender Schrift gab mir die Auffindung von Beingliedern bei cambrischen Trilobiten, deren Studium mich dann zu weiteren Betrachtungen über die Organisation dieses uralten Arthropodentypus anregte. Es scheint mir zweckmässig, zunächst an der Hand der neuen Funde den Beinbau der Trilobiten zusammenfassend zu erläutern und daran Betrachtungen über die Beurtheilung des sonstigen Körperbaues anzuknüpfen. Für letztere muss der Rückenpanzer und dessen Gliederung den naturgemässen Ausgangspunkt bilden. I. Der Beinbau der Trilobiten. Eine zufällige Beobachtung eigenthümlicher Zersetzungserscheinungen an einem Steinkern einer Ptychoparia striata EMMR. aus dem Cambrium von Pod trnim bei Tejrovic in Böhmen veranlasste mich, den daselbst hervortretenden Linien mit der Präparationsnadel nachzugehen - der Erfolg war ein sehr überraschender, es kamen allmählich die proximalen Beinglieder der 6 vorderen Rumpfsegmente und theilweise auch die der Mundregion einzeln und in deutlicher Umgrenzung zum Vorschein. Da das Gestein, in dem sich der genannte Trilobit befindet, ein ziemlich grobkörniger Sandstein ist, so bedarf diese - bisher an Tausenden weicher eingebetteter Exemplare vergeblich gesuchte - Erhaltungsart der Beine besonderer Erläuterung. Der ganze Trilobitenkörper ist nach dem Tode auf dem Meeresgrunde im Sand ausgebreitet, der in alle offenen Körpertheile eindrang und geschlossene Skelettheile umhüllte. In den Innenraum der letzteren drang später der feinere Bodensatz ein der nun seinerseits einen Steinkern derselben herstellte. Der mit kohlensaurem Kalk imprägnirte Chitinpanzer ist, wie meist in Sandsteinen, später durch kalklösende Sickerwässer aufgelöst, bezw. in ein eisenhaltiges Staubpulver umgewandelt.