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Ueber die Fauna der Pereiros-Schichten.

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Einleitung. Den paläozoischen Conglomeraten in Portugal, welche z. Th. dem Carbon, z. Th. dem Perm angehören, liegt discordant ein Schichtencomplex von 400 - 500 m Mächtigkeit auf, welchen Choffat unter der Bezeichnung Silves-Sandstein in die Litteratur eingeführt bat. Er tritt im Norden (Cezimba) des Sado in einem Streifen zwischen Aveiro und Thomar sowie am Südhange der Arrabida-Kette, im Süden des Sado bei S.-Thiago-de-Cacem und Carrapateira ferner in der Littoralregion der Provinz Algarve vom Cap Vincent bis zum Guadiana in einem wechselnd breiten Bande zu Tage. In ersterem Gebiet schalten sich nach den Untersuchungen von Choffat im oberen Drittel des Schichten-complexes zwischen die hier feinkörniger und hellfarbiger werdenden Sandsteine thonige und kalkige Lagen mit Pflanzenresten und Brackwasser-Mollusken ein; an einigen Fundorten erscheinen die Pflanzen, an anderen die Mollusken von der Basis an, weiter nach oben werden sie mit einander gefunden. Die obersten, fast durchgehends aus thonigen Kalken gebildeten Lagen enthalten jedoch nur Gastropoden und Lamellibranchiaten. Diese Schichtenserie bezeichnete Choppat als Pereiros-Schichten und stellte sie auf Grund ihrer Fauna zum Hettangien, wonach der darunter befindliche Theil der Silves - Sandsteine dem Rhät und einem Theil der Trias angehören würden. Eine abweichende Facies bietet die Ausbildung bei Pedras Negras, wo die Fossilien sich in schwarzen Sandsteinplatten inmitten gypsführender Mergel finden. Durch Aufnahme dolomitischer Kalklagen gehen die Pereiros-Schichten allmählich in die Coimbra - Schichten, gelblichen, dolomitischen und mergeligen Kalken, über, welche ihrerseits mit den Schichten der Gryphaea obliqua (= Zone des Ophioceras raricostotum) abschliessen.