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Ueber ein Enstatitporphyrit führendes Gangsystem im Mittelharz.

Solger, Friedrich

Kurzfassung

I. Geologischer Theil. Quer durch das Gebiet zwischen den beiden Granitmassiven des Harzes, dem Brocken und dem Ramberg, ziehen sich mit etwa nord-südlichem Streichen eine Anzahl Eruptivgänge hin, die als Mittelharzer Eruptivgänge in der Litteratur bezeichnet werden und die Lossen ebenso wie die Oderspalte als Torsionspalten anspricht, entstanden durch den Ausgleich der Spannungen, die der Uebergang der niederländischen Faltungsrichtung in die hercynische nach dem Aufdringen der Granitmassive hervorrief. Obwohl alle diese Mittelharzer Gänge im Grossen und Ganzen etwa parallel laufen, ist ihre Ausfüllung eine verschiedene; die westlichen führen einen Quarzporphyr, den Streng unter dem Namen ,Grauer Porphyr des Harzes" beschrieben hat, die östlichen basische Gesteine vom Typus der Augitporphyrite, von Streng nach F. A. Romeh's Vorgang als ,Schwarzer Porphyr des Harzes", von Lossen als ,Gangmelaphyr" bezeichnet. Etwa auf der Grenze zwischen diesen beiden grossen Abtheilungen lässt sich eine auf der Lossen'schen Karte dem Gangmelaphyr zugerechnete Gruppe von Gängen unterscheiden, deren Gesteine gegenüber dem Grauen Porphyr durch das Fehlen von Orthoklas- und Quarzeinsprenglingen, gegenüber dem divergeritstrahligkörnigen Augitporphyrit der übrigen Gänge durch ein deutlich porphyrisches Gefüge und durch das Ueberwiegen der rhombischen Pyroxene unter den farbigen Einsprenglingen ausgezeichnet sind, so dass sie den Enstatitporphyriten Rosenbusch's zugerechnet werden müssen. Streng erkannte bereits, dass hier ein von dem sonst gefundenen abweichender schwarzer Porphyr auftrete, und erklärte sich den Zusammenhang der von ihm beobachteten vereinzelten, aber in ziemlich gerader Linie liegenden Fundpunkte durch Annahme einer vom Schlossberg bei Wernigerode bis zur Susenburg an der Bode reichenden Gangspalte, in der der Schmelzfluss nicht überall die Erdoberfläche erreicht habe.