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Zur Kenntniss der jüngeren Ablagerungen im tropischen Ost-Afrika.

Werth, Emil

Kurzfassung

Das Tief- und Hügelland, welches in unserer ostafrikanischen Kolonie die altkrystallinen Gebirgsmassive des Hinterlandes von der Küste trennt, wird von mesozoischen und z. Th. auch paläozoischen Schichten eingenommen, welche jedoch in grosser Ausdehnung von ganz jungen (quartären) Bildungen überlagert werden. Diese letzteren stellen vornehmlich einen grobsandigen, stellenweise stark thonigen Lehm im Verein mit hellen oder bräunlichen losen Sanden, zwischen welche in unmittelbarer Küstennähe sich marine Kalke einschieben, dar. Diese jungen Ablagerungen, die trotz ihrer weiten Verbreitung von den bisherigen Reisenden kaum eine Würdigung erfahren haben, sind in neuerer Zeit durch Bornhardt eingehender bebandelt und nach ihrem Vorkommen, ihrer Entstehung und Gliederung dargestellt worden. Wahrend Bornhardt's Forschungen sich nur in grossen Zügen über weite Landerstrecken ausdehnten, war es mir nur in einigen engumgrenzten Gebieten, namentlich in der Gegend von Dar-es-salaam und auf der Insel Sansibar, vergönnt, meine Untersuchungen anzustellen. Da dieselben jedoch gerade deshalb vielleicht etwas mehr in's einzelne gehen konnten, so sei es mir gestattet, an dieser Stelle in aller Kürze das allgemein geologische Resultat meiner Untersuchungen bekannt zu geben, während ich im Uebrigen auch auf meinen Aufsatz über ,Lebende und jungfossile Korallenriffe in Ostafrika", sowie auf eine noch, in Arbeit befindliche längere Abhandlung über Geologie und Gestaltung der Insel Sansibar hinweisen möchte.