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Neues zur Geologie und Palaeontologie Aegyptens.

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

IV. Das Pliocän- und Quartärzeitalter in Aegypten ausschliesslich des Rothen Meergebietes. Die geologische Geschichte Aegyptens wird um so verwickelter, je mehr man sich der Jetztzeit nähert. Die verschiedenen Theile des Landes verhalten sich in ihrer Entwickelung ungleich. Es besteht namentlich von Anfang an ein gewisser Gegensatz zwischen den zwei Hauptlängsfurchen, die dem ganzen Lande erst seinen eigenartigen Charakter verleihen, dem Nilthal und dem Rothen Meere mit dem Golf von Sues. Wenn auch diese beiden Depressionen gleichwie die des Jordanthals und Todten Meeres in Palästina im wesentlichen auf gleichartige Ursachen zurückzuführen sind, grabenartige Einsenkungen zwischen Bruchlinien, so ist doch schon die Zeit dieser Einbrüche bei allen dreien anscheinend etwas verschieden und noch mehr gilt das für die weiteren geologischen Ereignisse innerhalb dieser drei Depressionen. Auf diese Weise stellt sich bei der Behandlung der geologischen Veränderungen in Aegypten während der jüngsten geologischen Epochen das Bedürfniss nach einer Trennung zwischen den zwei Kapiteln der Geschichte des Nilthals und der Geschichte des Rothen Meeres heraus. Erst indem wir beide in ihren einzelnen Phasen verfolgen, werden wir auch die Beziehungen zwischen ihnen verstehen. Wir beginnen mit dem Nilthal und den anschliessenden zum Stromgebiet des Nil gehörigen Theilen. Aegyptens, der Libyschen und der westlichen Arabischen Wüste.