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Die Fauna des Lias und Dogger in Franken und der Oberpfalz.

Schlosser, Max

Kurzfassung

Die Versteinerungen des Frankenjura haben schon bald, nachdem im 13. Jahrhundert ein frischer Zug in die Naturwissenschaften gekommen war, das Interesse der dortigen Forscher erregt und sowohl durch Baier als auch durch Knorr und Walch wissenschaftliche Bearbeitung erfahren. Beide Werke sind, was die bildliche Darstellung der Fossilien betrifft, für die damalige Zeit höchst beachtenswerthe Leistungen, wenn sie auch heutzutage gänzlich ausser Gebrauch gekommen und durch die prächtigen Tafelwerke von Zieten: Versteinerungen Württembergs, und von Goldfuss-Graf Münster: Petrefacta Germaniae, vollständig verdrängt worden sind. Die ,Petrefacta Germaniae" bilden hingegen auch jetzt noch und voraussichtlich für alle Zeiten eine der Grundlagen der gesammten Palaeontologie und Stratigraphie. Immer und immer wieder finden wir hinter so und so viel Speciesnamen die Antornamen Goldfuss oder Münster, denen freilich auch überaus häufig ein ,sp." beigefügt ist, so dass man sich unwillkürlich fragen muss: Sind denn bloss die Gattungs- und nicht am Ende auch die Speciesnamen doch einer Revision und Correctur bedürftig? Diese Frage erscheint jetzt um so berechtigter, da die Neubearbeitung der gleichfalls von Graf Münster beschriebenen Cassianer Fauna durch Bittner und Kittl nicht nur wesentliche Aenderungen bezüglich der Nomenclatur ergeben, sondern auch den Nachweis erbracht hat, dass die Abbildungen nicht selten der nöthigen Genauigkeit ermangeln. Dieser Fehler macht sich nun leider auch recht oft in der Petrefacta Germaniae geltend, wie ich bei der Revision des fränkischen Lias- und Dogger-Materiales der hiesigen Sammlung bemerken konnte.