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Die Höhlenfunde von Ultima Esperanza im südwestlichen Patagonien.

Hauthal, Rudolf

Kurzfassung

Unter den Gesteinen der Westseite des südlichen Patagonien, in der Region der ,Canäle", spielen junge, hornblendeführende Granite von cretacischem, vielleicht sogar tertiärem Alter eine hervorragende Rolle; an zweiter Stelle folgen metamorphe Sedimentgesteine der unteren Kreide. Es sind z. Th. Sandsteine, z. Th. sandig-thonige, bröckelige, dunkelfarbige Gesteine, die in der Nähe des Granites und unter stark gestörten Lagerungsverhältnissen einen kieselschieferähnlichen Habitus annehmen; weiter nach Osten gehen sie in nahezu horizontale Lagerung über. Nahe dem östlichen Ufer des Fjordes Ultima Esperanza werden sie südlich vom Cerro Payne local von Conglomeraten von ebenfalls cretacischem Alter bedeckt Die einzelnen, etwa faust- bis kopfgrossen Gerolle (Quarzit, Granit, metamorphe Kreidegesteine, wie sie in der nahen Cordillere anstehen) sind durch ein kieseliges Bindemittel zu einem sehr harten Gesteine verbunden, das an manchen Stellen schwache Faltungserscheinungen in Form von flachen Mulden und Gewölben zeigt, so namentlich in der Nähe des Hafens Consuelo. Etwa 5 km nordöstlich von dem Hafen erhebt sich bis zu ca. 800 m Höbe ein isolirter, aus diesem Conglomerat bestehender Berg, der an der Südseite in ungefährer Höhe von 250 m mehrere Höhlen zeigt. Ihre Entstehung führe ich der Hauptsache nach auf Auswaschung durch Uferbrandung zurück. Die grösste, eine 30 m hohe, 80 m breite und 180 m tiefe Nische wurde im Januar 1895 von in der Nähe angesiedelten Farmern (Capt. Eberhard, v. Heinz) entdeckt. Sie fanden darin ein ca. 1,50 m langes und 0,80 m breites Fell. Ein Stück davon nebst einer Klaue brachte O. Nordenskjöld 1896 nach Stockholm, ein weiteres übergab Moreno 1898 Herrn Woodward.