Original paper

Die Organisation der Cephalopoden

Jäkel, Otto

Kurzfassung

1. Die Orthoceren können wir uns nicht als freischwimmend vorstellen, wohl aber als festgewachsen wie die Conularien, derart, dass ihre gekammerte Schale aus einer sockelartigen, festgewachsenen Embryonalkammer emporwuchs und mit dieser zeitlebens durch conchyoline Ausscheidungen in biegsamer Verbindung blieb. 2. Die Septal- und Kammerbildung diente wie bei Korallen, Hippuriten und einigen sessilen. emporwachsenden Gastropoden dazu, den Körper über den durch Sedimentation wachsenden Boden zu erheben, ohne ihn zu einer wesentlichen Aenderung seiner Form zu zwingen, und bei den Orthoceren gleichzeitig dazu, die aufrechte Stellung der Schale und damit, des Thieres auf einer relativ kleinen Basis zu erleichtern. 3. Der Siphonalstrang erscheint hierbei als der durch die Kammerbildung eingeengte Abschnitt des Körpers. Gegenüber anderen gekammerten Schalthieren wird seine Anlage verständlich dadurch, dass der Körper erst secundär aus der ursprünglichen Haftkammer oder Embryonalkammer hervorwächst, und letztere also ein integrirender Theil des ursprünglichen Körpers war. 4. Die siphonalen Kalkabscheidungen (Obstructionsringe und endosiphonale Kalkablagerungen im untersten Schalentheil von Endoceren) dienen zur Beschwerung des Körpers als Gegengewicht gegen die, eine aufstrebende Stellung garantirende Kammerbildung.