Original paper

Tiefbohrung bei Oppeln

Michael, Richard

Kurzfassung

Auf Veranlassung der Stadtverwaltung ist auf dem Grundstück des Wasserhebewerkes der Stadt Oppeln durch die Königliche Bohrinspection zu Schönebeck a. E. eine Tiefbohrung niedergebracht worden, welche z. Z. eine Teufe von annähernd 500 m erreicht hat. Von ca. 70 m ab ist mit Krone gebohrt worden; die letzten Bohrkerne haben noch einen Durchmesser von 18 cm. Die Ergebnisse der Bohrung sind für die Auffassung des geologischen Aufbaues der Gegend von weittragender Bedeutung. Es ist zunächst die Kreideformation durchsunken worden, und zwar waren die thonigen Kalksteine des Turon 34 m, die Sande, Sandsteine und grobkörnigen, conglomeratischen Sandsteine des Cenoman gleichfalls 34 m mächtig Diese Mächtigkeitszahlen entsprechen durchaus den sonst aus der Oppelner Kreidescholle östlich der Oder bekannten und waren auch an dieser Stelle bereits früher festgestellt. Denn das Cenoman ist wasserführend, und die 5 Tiefbrunnen des Wasserwerkes entnehmen diesen Schichten bereits seit längerer Zeit das für die Versorgung der Stadt erforderliche Wasser. Die Unterlage bilden Wasserundurchlässige Letten der Keuperformation.