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Marines Tertiär im Sauerlande

Lotz, H[Einrich]

Kurzfassung

Von ,muthmaasslichem Tertiär" im Sauerland berichtete bereits Loretz in seiner angedrückt gebliebenen ,Erläuterung über die Aufnahmen auf den Blättern Hohenlimburg und Iserlohn im Sommer 1894". Er fand ,Gerölle von weissem Quarz und von Kieselschiefer, die zusammen mit lehmiger Masse ein Lager an der südlichen Seite des Steltenberges (zwischen Hohenlimburg und Letmathe a. d. Lenne) auf Eifelkalk bilden." Im Sommer 1900 theilte mir Herr Dr. Denckmann einen ähnlichen Fund, gelbe, thonige Sande und Kiese, bei Bäingsen (NW.-Viertel des Blattes Balve) auf dem Massenkalkplateau mit, und im Sommer 1901 beobachteten wir auf einer gemeinsamen Excursion ganz in der Nähe, in den Steinbrüchen der Rheinischwestfälischen Kalkwerke im Hönnethal, einen mächtigen Kessel, etwa 40 m hoch, der durch den Steinbruchbetrieb angeschnitten worden war und seines Inhalts, einer sandig-lehmigen. Masse, entleert wurde. Seine Mündung lag oben auf dem Massenkalk-Plateau; die Tiefe war noch nicht völlig erschlossen, ging aber mindestens bis zur Thalsohle. Eine ähnliche taschenartige Erweiterung, mit gelbem thonigen Sand erfüllt, im Massenkalk fanden wir dann im selben Sommer am Einschnitt der neuen Bahn zwischen Bahnhof Brilon und Stadt Brilon gelegentlich einer Begehung dieser Linie, und Herr Professor Waldschmidt machte uns auf solche Vorkommen bei Elberfeld-Barmen aufmerksam. Hier sind Braunkohlenbildungen darin beobachtet worden; dass jedoch deshalb diese fraglichen Tertiärbildungen nicht ohne Weiteres sämmtlich als Süsswasserbildungen betrachtet werden können, bewies ein glücklicher Fund des vergangenen Sommers.