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Neue Goniatitenfunde im Devon und im Carbon des Sauerlandes

Denckmann, August

Kurzfassung

Der Vortragende legte zunächst einige neue Funde aus dem Meggener Grubengebiete vor. Im vorigen Jahre (siehe Protokoll der Januar-Sitzung dieser Zeitschrift) hatte derselbe bereits einen Prolecaniten (Pr. clavilobus) vorgelegt, welcher den im Hangenden der Erzlagerstätte auftretenden dichten Knollenkalken entstammt. Der im Durchschnitt nicht viel über einen Meter mächtige Knollenkalk zerfällt in eine untere und eine obere Hälfte, die durch eine wenig mächtige, mergelige Zwischenlage getrennt werden. Der Vortragende fand gelegentlich einer Excursion mit Herrn Bergreferendar Schlitzberger in einem der Tagebaue, welche links des nach den Tagesanlagen der Grube Philippine führenden Schienenstranges liegen, in der unteren Lage des dichten Kalkes einige Exemplare von Pinacites discoides Waldschmidt, ferner in der mergeligen Zwischenlage ein deutliches Exemplar von Stringocephalus Burtini, Nachdem nun noch Herr Schlitzberger in den im Hangenden der dichten Kalke auftretenden dunklen Schiefern zweifellose verkieste Gephyroceraten aufgefunden hat, bestätigt sich die im vorigen Jahre vertretene Auffassung der stratigraphischen Stellung des Meggener Lagers immer mehr. Jedenfalls gehört die untere Lage dichten Kalkes noch zum obersten Mitteldevon und gehört der Ammonitiden-Facies des Mitteldevon im Kellerwalde an. Der der höheren Lage des dichten Knollenkalkes entstammende Prolecanites clavilobus durfte dafür sprechen, dass seine Lagerstätte bereits dem Oberdevon angehört. Nachdem im Sommer 1900 vom Vortragenden am Südrande der Arttendorner Mulde bereits die Odershäuser Kalke nachgewiesen waren, ist die weitere Analogie mit dem Kellerwalde von grosser Bedeutung, die sich in dem Auftreten des Pinacites discoides Waldschm. zeigt.