Original paper

Das Magneteisenerzlager vom Schwarzen Krux bei Schmiedefeld im Thüringer Wald

Schlegel, Karl

Kurzfassung

Einleitende Bemerkungen. Das Magneteisensteinlager vom Schwarzen Krux bei Schmiedefeld liegt auf dem sich von Nord nach Süd erstreckenden Ausläufer des Grossen Eisenberges zwischen der von Schmiedefeld nach Suhl fahrenden Landstrasse und dem Vesserthale. Schon in alten Zeiten scheint dieses Eisenerzvorkommniss bekannt gewesen und abgebaut worden zu sein. So findet sich eine urkundliche Erwähnung aus dem Anfange des zehnten Jahrhunderts in Dronke: ,Traditiones Fuldenses". Dort heisst es: ,Adalbrath tradidit in pago Grapfeld quicquid ei in partem cedebat in Vezzerun ubi ferrum conflatur." An diesem geologisch und mineralogisch hochinteressanten Eisenlager unterschied man einen Schwarzen Krux, aus dem ausschliesslich Magneteisenerze, den Rothen Krux, aus welchem Rotheisenstein, und den Gelben Krux, aus dem in der Hauptsache Schwefelkies gefördert wurden. Man scheint die Namen der drei Kruxe mit Rücksicht auf die Farbe der gewonnenen Erze gewählt zu haben. Alle drei Gruben liegen theils unterhalb, theils oberhalb des Waldweges, welcher die Schmiedefeld - Suhler Landstrasse mit dem Vesserthale verbindet, in geringer Entfernung von einander mitten im Walde und wurden genannt: ,Vereinigte Kruxzechen bei Schmiedefeld im Henneberger Revier". In den Jahren 1713 und 1714 waren, so berichtet Gläser, am Rothen Krux ,Elisabeth" und ,Glückauf", am Schwarzen Krux der ,Morgenstern" gangbar. Im neunzehnten Jahrhundert blühte der Bergbau auf den Kruxzechen namentlich in den fünfziger Jahren, dann folgte stetiger Rückgang, welcher schliesslich mit der Einstellung des Betriebes endete. Erst nach 1888 machte man den Versuch, ihn wieder aufzunehmen, liess es jedoch bei diesem bewenden. So kommt es, dass jetzt die Schächte verfallen, die Stollen zu Bruch gegangen und die Kauen zusammengestürzt sind, so dass nur noch im Walde zerstreut liegende, mächtige Haldenkomplexe von früherem Bergbau Kunde thun.