Original paper

Neue Kobaltaufschlüsse im Thüringer Walde

Krusch, Paul

Kurzfassung

Am Südrande des westlichen Thüringer Waldes sind Kobaltvorkommen seit langer Zeit bekannt. Sie finden sich wie alle Erzlagerstätten in der Nähe des Thüringer Waldrandes namentlich da wo grosse einheitliche Spalte durch einen Schwarm kleinerer Spalten ersetzt wird. Das bedeutendste Kobaltvorkommen des Thüringer Waldes bilden die Kobaltgänge von Schweina - Glücksbrunn, welche von Beyschlag genauer beschrieben worden sind. Die Zechsteinschichten werden hier von Gängen, sog. Rücken, durcksetzt, welche die Schichten gewöhnlich um wenige, höchstens um einige zwanzig Meter verwerfen. Oft heben sich je zwei der zahlreichen parallelen, ungefähr südöstlich streichenden Gänge in ihrer Wirkung auf. Zwischen den beiden verworfenen Theilen des Kupferschieferflötzes führen die Schweinaer Rücken Speiskobalt mit Schwerspathgangart. Die Erzführung reicht nach oben bis in den stehengebliebenen Zechsteinkalk und nach unten bis in das abgesunkene Zechsteinconglomerat. Die Gangmächtigkeit schwankt sehr, gewöhnlich sind Gänge von mittlerer Mächtigkeit am reichsten. Auf diesem von jeher zur Blaufarben-Fabrication sehr gesuchten Kobalterzen ist seit 1720 ein zeitweise sehr reger Bergbau umgegangen, der 1850 zum Erliegen kam. weil das über dem wasserlösenden Gumpelstädter Stolln liegende Gebiet abgebaut war und Mittel für eine Tiefbauanlage nicht vorhanden waren. Seit wenigen Jahren ist der Bergbau von Schweina-Glücksbrunn wieder aufgenommen worden, und man hat vor kurzer Zeit einen neuen Kobaltgang aufgeschlossen, der den Namen Beyschlag-Rücken erhielt. Der Gang gleicht in seiner Ausfüllung durchaus den von anderen Autoren genau geschilderten früher abgebauten Rücken. Er führt neben Speisskobalt, dessen Krystalle Würfel- und Octaëderflächen zeigen, Schwerspath.