Original paper

Das Goldvorkommen von Roudny in Böhmen

Krusch, Paul

Kurzfassung

Die am Berge Roudny, ca. 60 km südsüdwestlich von Prag und ca. 15 km östlich von Wotitz (Station der Franz-Josefs-Bahn) liegenden Goldvorkommen sind bis jetzt - was ihre geologische Position anbelangt - Überhaupt noch nicht beschrieben worden. Historische Notizen finden sich in einigen Weiken vom Jahre 1870 ab. F. Posepny hat alle vorhandenen Angaben in einer Arbeit über die Goldvorkommen Böhmens in dem 36. Abschnitt: Der Goldbergbau von Liboun. S. 338-346 zusammengefasst und ausführlich ergänzt. Trotzdem er den fraglichen Berg zweimal besucht hat. ist er nicht in der Lage, das Auftreten der Golderze zu schildern, da der Bergbau aufgegeben war und sich in dem grossen Tagverhaue keine Spuren der früher gebauten Lagerstätten erkennen Hessen. Das Dorf Liboun. nach welchem Posepny diese Goldlagerstätten nennt, liegt 2 km nördlich an dem Roudny - Berge, der einen flachen, theilweise bewaldeten Gebirgsrücken darstellt, welcher zwischen dem Libouner und einem von Ramena kommenden Thale liegt. Das Vorkommen gehört zu den ältest gebauten Böhmens, denn die Grube existirte sicher schon in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts. Nach Posepny fehlen dann weitere Nachrichten bis zum Jahre 1769. wo der Graf v. Auersperg in den Besitz der Gruben kam. Da das gewonnene Gold in die Prager Münze geliefert wurde, findet man in dem Münzarchive Einlösungen von Liboun von 1769-1804. Die Reihe scheint eine vollständige Betriebsperiode zu umfassen, denn sie beginnt mit niedrigen Zahlen (1769 0,410 Mark Rohgold); erreicht 1877 ein Maximum mit 12,094 Mark, ein zweites 1789 mit 8,235 Mark Rohgold und schliesst wieder 1804 mit dem Minimum von 0,269 Mark.