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Neuen Fundpunkt von mariner Fauna im oberschlesischen Steinkohlengebirge

Michael, Richard

Kurzfassung

Die obere Schichtengruppe des oberschlesischen Carbon, die sog. Muldengruppe oder Karwiner Schichten im weiteren Sinne, enthält lediglich die Reste einer brackischen oder Süsswasser-Fauna, ebenso wie die geologisch und paläontologisch nicht selbständige, aber doch - weil für Oberschlesien wichtig und eigenartig - durch die Zahl, Beschaffenheit und Stärke ihrer Flötze unterscheidbare mittlere Gruppe, die Sattelgruppe. In der unteren, der Randgruppe, den Ostrauer Schichten im weiteren Sinne, treten nun ausserdem typische marine Thierformen hinzu; sie sind hier fast in jedem grösseren Aufschluss in den verschiedensten Teufen nachgewiesen worden, in dem Bergbaurevier am südwestlichen Beckenrande von Ostrau sowohl wie in den zahlreichen Tiefbohrungen in dem westlichen Randgebiete. Ebenso ist die marine Fauna dieser liegenden Schichten auch in dem Hanptverbreitungsgebiet der Sattelflötze, in dem Hauptsattel, der sich von Zabrze aus in östlicher Richtung über Morgenroth, Königshütte, Myslowitz nach Russland zieht, durch Bohrungen und Aufschlussarbeiten im unmittelbaren Liegenden der mächtigen Flötze im Laufe der Jahre durch F. Römer, Kosmann, Ebert u. A. von zahlreichen Fundpunkten bekannt geworden, nachdem ihr Vorkommen durch Körfer, Meitzen, v. Albert und F. Römer auf der Hohenlohe- und Königsgrube entdeckt und näher beschrieben worden war. Die Sattelflötze fallen im östlichen Theile des Industriebezirkes zur Beutheuer Mulde nach Norden ein, andererseits heben sich an derem Nordrande unter Bedeckung triadischer Schichten noch einmal mächtige Flötze mit südlichem Einfallen heraus, die auf der neuen consolidirten Radzionkau-Grube 3 km südlich vom Dorfe Radzionkau entfernt gebaut werden. Dass diese Flötze den Sattelflötzen entsprochen, ist von jeher die allgemeine Annhme gewesen.