Original paper

Thesen über die Organisation und Lebensweise ausgestorbener Cephalopoden, nebst Discussion

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Herr Otto Jaekel stellte in der Februar-Sitzung die nachfolgenden Thesen auf, über die in der März-Sitzung sowie einer außerordentlichen Sitzung im April discutiert wurde. An den Discussionen beteiligten sich die Herren Branco, Beuskausen, v. Martens. Oppenheim, J. Böhm, Menzel, Jentzsch, Janensch, Finckh, Blanckenhorn. Zimmermann und Brandes. Um ein übersichtliches Referat darüber zu erstatten, sind die Thesen mit allen diesbezüglichen Discussionen hier im Zusammenhang abgedruckt worden. Die Thesen lauteten: 1. Die Orthoceren können wir uns nicht als freischwimmend vorstellen, wohl aber als festgewachsen wie die Conularien, derart, dass ihre gekammerte Schale aus einer sockelartigen, festgewachsenen Embryonalkammer emporwuchs und mit dieser zeitlebens durch conchyoline Ausscheidungen in biegsamer Verbindung blieb; 2. Die Septal- und Kammerbildung diente wie bei Korallen, Hippuriten und einigen sessilen, emporwachsenden Gastropoden dazu, den Körper über den durch Sedimentation wachsenden Boden zu erheben, ohne ihn zu einer wesentlichen Änderung seiner Form zu zwingen, und bei den Orthoceren gleichzeitig dazu, die aufrechte Stellung der Schale und damit des Tieres auf einer relativ kleinen Basis zu erleichtern. 3. Der Siphonalstrang erscheint hierbei als der durch die Kammerbildung eingeengte Abschnitt des Körpers. Gegenüber anderen gekammerten Schaltieren wird seine Anlage verständlich dadurch, dass der Körper erst secundär ans der ursprünglichen Häftkammer oder Embryonalkammer hervorwächst, und letztere also ein integrirender Teil des ursprünglichen Körpers war.