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Bemerkungen zu den Ausführungen der Lethaea über das Carbon bei Aachen

Holzapfel, Eduard

Kurzfassung

Beim Erscheinen schon von Bd. II, Lfg. 2. der Lethaea geognostica die das Carbon behandelt, sind mir einige, die westdeutschen Vorkommen betreffende Ungenauigkeiten und Irrtümer aufgestossen. Mein Vorsatz, bereits damals eine Correctur eintreten zu lassen, unterblieb leider. Bei einer neuerlichen Durchsicht erschienen mir diese irrigen Angaben aber doch von solcher Bedeutung, dass eine Richtigstellung auch heute noch, nach fast drei Jahren, erforderlich erscheint. 1. Nach den Angaben der Lethaea (S. 347) sollen die Flötze bei Aachen im geradlinigen Streichen die Fortsetzung der Ruhrflötze sein, da auf der mathematisch construierten Verbindungslinien beider, bei Erkelenz, in geringer Tiefe (etwa 200 m) Kohlen erbohrt seien, welche Funde die Annahme einer sigmoidalen Curve, durch die das rechtsrheinische Kohlengebirge weiter nach N gerückt sei, nicht bestätigten. Erkelenz liegt allerdings auf der mathematisch construierten Verbindungslinie zwischen der Wurm- und irgend einem Punkte der Ruhrmulde, aber diese Verbindungslinie ist nicht die Streichlinie der Falten, schneidet diese vielmehr unter einem ziemlich grossen Winkel. Die Streichrichtung der Aachener Mulde trifft, wie dies besonders v. Dechen mehrfach ausführlich erörtert hat, rechtsrheinisch auf die Mitteldevonschichten des Ratinger Sattels. Dieser bricht am Rheintal an Querstörungen ab, setzt aber natürlich unter den jüngeren Bedeckungen fort. Unbekannt ist bis jetzt der Ort, wo die Sattellinie so weit eingesunken ist, dass das flötzführende Carbon an der Sattelbildung sich beteiligt. Jedenfalls aber schwenkt dieses um den devonischen Sattel herum, um im Westen wieder die alte Streichrichtung anzunehmen, es muss demnach unter der Niederung doch eine bezw. mehrere sigmoidale Curven beschreiben, falls überhaupt ein Zusammenhang besteht, der auch schon angezweifelt worden ist.