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Beobachtungen über das Verhältnis des fränkischen unteren Muschelkalks zum thüringischen

Henkel, Ludwig

Kurzfassung

Bei Karlstadt am Main ist durch den Steinbruch der Cementfabrik ein wundervoller Aufschluss im Muschelkalk geschaffen worden. Ich mass dort im Juli 1901 folgendes Profil: [...] Ende des Aufschlusses. Zur Orientierung sei noch hinzugefügt, dass die Arbeiter die drei Schaumkalkbänke, die untere Bank des Terebratula-Kalks und die Oolithbank als ,Eichenstein" bezeichnen. Dies Profil erfährt eine Ergänzung durch den Bergsturz über den Weinbergen am rechten Mainufer zwischen Karlstadt und Gambach. Dort findet man 7 m unter der Oolithbank eine Bank von conglomeratischem Kalk. 20-25 cm stark, die ich für das Aequivalent der thüringischen Oolithbank alpha halte, darunter noch ungefähr 15 m Wellenkalk. Von den etwa 10 m des Liegenden, die nun noch bis zur unteren Grenze des Wellenkalks folgen, ist nur der unterste Teil aufgeschlossen, nämlich am Abhang nach Gambach zu. Ueber einer 11/4 m starken Lage von dunkelgelbem Kalk (Sandberger's Welleudolomit) liegt dort 1 m Welienkalk, in den zwei Bänkchen mit conglomeratischem Kalk, jedes rund 15 cm dick, eingelagert sind. Der Gelbkalk bildet hier die natürliche Grenze des Muschelkalks gegen den Rot; die thüringischen Myophoria-Schichten (Modiola-Schichten bei Meiningen) sind hier kaum andeutungsweise noch vorhanden. Auf dem rechten Mainufer fand ich zwischen Schaumkalk und Terebratula-Kalk ungefähr in der Mitte ein Bänkchen von conglomeratischem Kalk, 15 cm stark. Im Karlstädter Steinbruch wird dasselbe anscheinend durch ein 10 cm dickes Bänkchen von dichtem Kalk vertreten. Es ist wohl Sandberger's Spiriferinenbank. Aus den augeführten Beobachtungen folgt eine noch grössere Uebereinstimmung in den Horizonten zwischen dem würzburger und dem thüringischen Muschelkalk als nach Sandberger's Arbeiten.