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Zur venetianischen Kreide

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Ich wähle für die folgenden Zeilen, die zur Entgegnung auf die von Herrn G. Boehm in dieser Zeitschrift S. 72 veröffentlichten Mitteilungen bestimmt sind, den gleichen Titel wie mein Herr Opponent, obgleich er mir in beiden Fallen sich nicht recht mit dem Thema zu decken scheint, in welchem ziemlich ausschliesslich tektonische Fragen eine kurze Erörterung finden Herr G. Boehm betont also zuerst, dass es nicht leicht sei, meine Ausführungen, die er bekämpft, im Hause zu verstehen, da keine Zeichnungen beigegeben seien. Mir scheint, so einfache Betrachtungen wie die vorliegenden bedürfen nicht stets eines kostspieligen Apparates von Illustrationen; Herr G. Boehm scheint früher derselben Ansicht gewesen zu sein, denn sein erster Artikel. an welchen der meinige anknüpfte, enthielt ebenfalls keine Zeichnungen, ohne dass durch dieses Fehlen eine besonders hervorzuhebende Schwierigkeit in der Auslegung entstanden wäre. ,Dagegen" - fährt Herr G. Boehm fort - ,hat Herr O. Marinelli - die Arbeit unseres Autors in der Hand - das Profil wiederholt begangen, aber Herrn Oppenheim auch dann nicht verstanden." Ich möchte hierzu zuvörderst formell die sehr ungewöhnliche Tatsache hervorheben, dass dieser Satz nicht, wie man meinen sollte, von Herrn Marinelli in dem einzigen. hier in Betracht kommenden, vor Kurzem publicierten Werke, ausgesprochen worden ist. Ich habe ihn dort vergebens gesucht und muss annehmen, dass es sich hier um briefliche Mitteilungen des Herrn Marinelli an Herrn G. Boehm handelt, die für mich wie für weitere Kreise eigentlich ausserbalb der wissenschaftlichen Discussion stehen. Ich glaube, an der betreffenden Stelle deutlich genug gewesen zu sein; wenn Herr Marinelli sie nicht verstand, so ist dies gewiss sehr bedauerlich, nur, glaube ich, entspricht diese, wie erwähnt, anscheinend nicht veröffentlichte Klage wohl kaum den tatsächlichen Verhältnissen, da der citierte Autor in dem, was er im Drucke ausgesprochen hat. sehr genau zu wissen scheint, worauf es mir bei meiner Kritik ankam.