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Drei interessante geologische Erscheinungen in der Gegend von Mellrichstadt und Ostheim vor der Rhön

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

Bei der im Auftrage der preuss. geolog. Landesanstalt erfolgten Revision und Neuaufnahme des Blattes Ostheim vor der Rhön am äussersten Nordzipfel des Königreichs Bayern fand ich im vorigen Sommer in einem Steinbruch innerhalb der Chirotheriumsandsteine zwischen Lichtenburg und Königsburg eine Platte aus rotem, festem, mittelkörnigem Sandstein mit thonigkieseligem Bindemittel, deren eine Oberfläche ganz eigentümliche Eindrücke aufwies (Fig. 1). Es zeigen sich zahlreiche, strichförmige, mehr oder weniger scharf ausgeprägte. 20-25 mm lange, 2-5 mm breite Furchen bis 8, vereinzelt bis 10 mm tief eingeschnitten. Die tiefste Stelle der Furchen liegt vorwiegend in der Mitte, von da steigt der Grund der Furche bogig zu den Enden empor, so dass der Raum der Höhlung einen Kreisabschnitt bildet. Einige sind deutich an ihren Enden um tiefsten eingedrückt. Bei vielen der Furchen sieht man Erweiterungen an den Enden, seltener auch in der Mitte. Die Wände der Furchen convergieren bogig gegen den Unterrand oder sind steil, einander parallel oder aber sie nähern sich gegen einander in der Mitte der Wand, um sich unten wieder ein wenig von einander zu entfernen. Auf einer Fläche von 1 qdcm zähle ich etwa 36 Furchen in allen Richtungen. Von diesen gruppieren sich mehrfach drei zur Form eines dreizehigen Vogelfusses. wobei die mittelste stets die längste ist. Zwei derartige Furchen sind dann einander ziemlich parallel oder wenig convergirend, die dritte divergirt in einem Winkel von 40-55°, aber niemals reichen diese drei vielleicht zusammengehörigen Furchen sich vereinigend bis zu ihrem Schnittpunkt. Die Ausfüllungsmasse dieser Höhlungen bestand, soweit solche noch existierte, aus ganz lockerem, schmutzigem Sand oder sandiger Erde, die übrigens auch später nach dem Bruch der Platte hineingeraten sein kann. Von einer Thonlage war keine Spur vorhanden.