Original paper

Über Kreide und Mittel-Eocän in Turkestan

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Herr Joh. Böhm legte eine Anzahl von Versteinerungen vor, welche Herr Professor Futterer 1898 auf seiner Reise durch Asien bei Goltscha. Küsül-Kurgan and Irkeschtam gesammelt und Redner zur Bearbeitung übergeben hat. In seinem für die Geologie und Paläontologie Central-Asiens grundlegenden Werke schied Romanowski die Fergana-Stufe aus und stellte sie auf Grund ihrer Lagerung wie des Vorkommens von Gryphaea vesicularis und Spondylus striatus an die Grenze von Senon und Danien; die in ihr durch ihre Individuenmenge hervorstechenden Formen sind Gryphaea Romanowskii Joh. Böhm (= Kaufmanni Roman. a. a. O. I, t. 8 f. 1, t. 9 f. 1) und Ostrea turkestanensis Roman. Nachdem Bogdowanowitsch in Nord-Persien (Kölburn-Kette) eine Gr. Kaufmanni nahe verwandte Art mit Nummuliten gefunden und E. Suess die von Stoliczka und Bogdanowitsch in der westlichsten Gobi gefundenen Austern als Gr. Esterhazyi Páv. oder als eine sehr nahe stehende Art bestimmt hatte, sprach E. Suess die Annahme aus, dass sich das Mitteleocän von Ungarn über Persien bis Sangi Hissar erstreckt habe. Sie wird durch das von Prof. Futterer mitgebrachte Material bestätigt, worin Gr. Esterhazyi Páv. und Anomia semistriata Desh. mit Gr. Romanowskii J. Böhm und Ostrea turkestanensis Roman, vorhanden sind. Ausserdem liess sich noch auf Grund von Ostrea rediviva Coqu. und Exogyra conica Lam. bei Gultscha das Cenoman nachweisen. Da nach der von Romanowski a.a.O. Teil 2, t. 11 f. 3 gegebenen Abbildung auch an dem Funde von Gryphaea vesicularis Lam. in Turkestan wohl nicht gezweifelt werden kann, so umfasst Romanowski's Fergana-Stufe demnach Cenoman, Senon und Mitteleocän. Die Bezeichnung Fergana-Stufe ist demnach am Besten ganz aufzugeben. Fernerhin ergiebt sich, dass eine cenomane und eine mitteleocäne Transgression in diesem Gebiete aufgetreten sind.