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Eine Reihe von Belegmaterialien zur Geologie der Umgegend von Cassel

Hornstein, F. F.

Kurzfassung

Vortragender bemerkte, er habe es als Pflicht angesehen, bei Gelegenheit dieser Versammlung Proben interessanterer Gesteins- und Petrefaktenvorkommnisse der Gegend vorzulegen. So zeigt er Proben des ganz in der Nähe des Sitzungsiocals am südwestlichen Ende des Ständeplatzes, Ecke der Friedrichsstrasse, aufgefundenen verstürzten Lias mit Ammonites angulatus etc. und des ebenfalls in der kleinen Friedrichsstrasse, unmittelbar neben dem Lias, gefundenen verstürzten Keupers (Rhät) mit Avicula contorta, Protocardia Ewaldi etc. Ferner legt er Proben vor von Basalten, welche Gänge im Muschelkalk (Wellenkalk) bilden und welche sich sämtlich durch Führung von Olivin in Krystallen auszeichnen; so von dem klassischen, schon von C. v. Leonhard und A. v. Humboldt beschriebenen, nicht mehr aufgeschlossenen Gang auf dem Kratzenberge, so aus der Hohenzollernstrasse. der Augustastrasse, dem Philosophenweg, alle in Cassel. und aus dem Ahnetal im Habichtswald, welcher Gang am Nachmittage auch besucht werden sollte. Endlich waren noch eine Anzahl schöner Buntsandsteinplatten mit Tierfährten von Carlshaien a. d. Weser ausgestellt. Herr Hornstein machte darauf aufmerksam, dass die Platten vier über einander liegenden Lagen, also mit fünf Schichtablösungen (Schichtflächen) angehören. Die unterste Schichtfläche (I) ist nur von dem Hangenden (I H), also mit den erhabenen Ausgüssen der Spuren vorhanden. Die wenigen hier zu beobachtenden Fährten rühren nur von einzelnen kleinen Füssen her, welche Schwimmhäute besessen zu haben scheinen. Von der nach oben folgenden, zweiten Schichtablösung (II) liegen Platten vom Liegenden (II L) und Hangenden (II H) vor, darunter ein zusammengehöriges Paar von Platten, welche die Spuren selbst (die Eindrücke), und zwar eine zusammenhängende Fährte von mehreren Fussspuren eines Chirotheriums. und die Ausgüsse derselben (im Hangenden) aufweisen.